Bike Festival Rocky Mountain Marathon 2014 – Riva del Garda, Italy

Einer der berühmtesten Marathons findet jedes Jahr Anfang Mai am nördlichen Ufer des Gardasees statt: der Rocky Mountain Marathon im Rahmen des Bike-Festivals in Riva del Garda. Seit dem letzten Jahr gibt es eine neue Streckenführung, die viele Singletrails versprach, technisch sehr anspruchsvoll sein soll und heuer auch noch ein UCI Rennen war. Und der Termin des Festivals von 1. bis 4. Mai mit dem Marathon am Samstag, dem 3. Mai passte diesesmal auch für uns und so freuten sich die Kinder auf einen Kurzurlaub bei Oma und Opa und wir auf einen Marathon im sonnigen Italien. Wir fuhren beide die Ronda Extrema mit 93,93 km und 3.813 Höhenmetern und es war wirklich die Strecke mit den meisten Singletrails, die wir bisher im Rahmen eines Rennens gefahren sind. Nur das Wetter war nicht typisch italienisch, Dauerregen die Tage zuvor und kühle Temperaturen.

Sabine:
Obwohl wir um 5 Uhr aufgestanden sind und nur 2 min zum Start hatten, wurde es dann doch noch knapp. Zuerst wurden wir von zwei Mitgliedern des Organisationsteams falsch zum Start geschickt, wir kamen nämlich von hinten zu den Startblöcken, was sich für Alex im Block A2 gerade noch ausging. Als ich weiter vor wollte, kam ich gegen den Bikerstrom fast nicht an. Also fragte ich wieder jemanden von der Organisation, wo der A1-Block ist (um 7:12 Uhr). Der sagte mir, dass der A1-Block schon geschlossen sei. Gestern hieß es aber, dass es genügt 15 min vorher am Start zu sein??!!
Schnell entschlossen drehte ich um und stellte mich zu Alex in den A2 Block. Die Startphase war dann OK und den ersten Anstieg rauf und runter lief es bestens. Ich befürchtete schlimmeres nach den Regenfällen dieser Woche, aber auch die Trails waren fahrbar. Auf den flachen Passagen hatte ich etwas Pech, da ich dort immer alleine fuhr. Auch die Position der Laben war schwierig, so dass ich bei der ersten vorbeifuhr, außerdem hatte ich noch sehr wenig getrunken. Bis Kilometer 40 hatte ich schon etliche Elite-Damen überholt, darunter auch Cape Epic Mixed-Siegerin Bettina Uhlig. Leider hatte ich dann etwas Probleme, da ich mit dem Puls nicht in meinen gewohnten Rennbereich kam. Also hieß es bergauf runterschalten und bergab Gas geben. Ich kam mit den schwierigen Trails super zurecht. Nur die Passagen, in denen wir mit den anderen Strecken zusammenkamen, waren etwas mühsam. Am ärgsten fand ich den dritten Anstieg, der kilometerlang auf einem rumpelig betonierten Forstweg mit ca. 20 % bergauf führte. Mittlerweile habe ich versucht mehr zu trinken und es ging mir wieder besser. Endlich bei Kilometer 73 vor dem letzten 4 km langen Anstieg lief es besser und ich konnte noch ca. 8 Fahrer überholen. Ich gab Gas, denn ich wusste ja nicht, wie es bergab gehen oder besser gesagt zu fahren wird. Laut Berichten soll der letzte Trail echt hart sein, so dass er bei Nässe unfahrbar wird. Dort angekommen beschloss ich nicht abzusteigen und letztendlich fuhr ich den gesamten Trail und hatte auch nie das Gefühl in Sturzgefahr zu sein. Echt cool! Na ja und dann auf dem Flachstück Richtung Ziel dachten meine männlichen Kollegen, die ich einholte oder die dann auch von hinten kamen, dass wir gemütlich ins Ziel rollen. Das war mir dann zu fad und so zog ich eine kleine Gruppe Männer in einem ordentlichen Tempo ins Ziel. In einer Zeit von 6:05 Stunden wurde ich dann Gesamtdritte. Eine Siegerehrung in Riva mit der Siegerin Sally Bigham und der Zweitplatzierten Verena Krenslehner das war schon toll!

Alex:
Bei der Anreise am Freitag fing es pünktlich in Trento zu regnen an und es hörte erst sehr spät am Abend auf. Auch die Temperaturen waren nicht wirklich wie erwartet und unsere Unterkunft war zwar sehr romantisch und mitten in der Altstadt gelegen, aber leider hatten die Zimmer auch keine Heizung. Mir war eigentlich ständig kalt.
Am Samstag nach einem Frühstück im Zimmer und einem kurzen Einfahren ging es 5 Minuten nach den Elite-Fahrern um 7:35 Uhr auf die Strecke. Ich hatte mir vorgenommen etwas dosierter zu fahren, einerseits um zu testen ob dann die Krämpfe auch wieder kamen und auch, weil ich dieses Rennen eher als Trainingsrennen sah.
Aufgrund der zu erwartenden steilen Anstiege, wechselte ich das Kettenblatt vorne von 36 Zähne auf 32 – goldrichtig wie sich herausstellte. Bin ich in St. Veit nur einmal für 30 Sekunden mit dem leichtesten Gang gefahren, fuhr ich dieses mal trotz der 4 Zähne weniger vorne, sicher 25% der Höhenmeter am 42’er Kettenblatt hinten. Die ersten drei Anstiege mit 900, 700 und 800 Höhenmetern am Stück hatten sehr viele der gefürchteten Betonrampen mit 20 oder mehr % Steigung, aber ich kam mit dieser Übersetzung ganz gut zurecht und hatte immer etwas Reserven. Die Trails bergab, waren toll aber sehr schwer zu fahren, da es entweder sehr schlammig war oder auf den Steinen irre rutschig. Die glatten Felsen, die ganz anders zu fahren sind als unser heimischer Granit, machten mir Schwierigkeiten, aber ich konnte bis zur letzten schwersten Abfahrt alles fahren. Ich hatte keine Ahnung auf welcher Postion ich lag und kämpfte immer wieder mir verschiedenen Fahrern um Positionen. Im letzten Drittel der Strecke wurde es noch unübersichtlicher, da auch die kürzeren Strecken zu uns stießen. Am letzten längeren Anstieg gab ich noch mal richtig Gas und konnte einige Fahrer einholen und überholen.  Nachdem die Trails vorher schon sehr schwierig waren, dachte ich nach dem letzten Anstieg ich hab das ärgste hinter mir und fuhr in die Abfahrt, welche gleich mit einem ca. 60-70 cm hohen Drop startete und direkt in eine steinige Passage überging. Hier überkam mich dann doch zuviel Angst, wählte die falsche Linie und stürzte. Außer ein paar leichten Abschürfungen, war nichts passiert, aber ich war etwas verunsichert. Der Trail wurde noch schwerer und bestand nur mehr aus den tpyischen großen Gardasee Steinen und Felsen. Ich musste mindestens 60% des Trails schieben, aber das Laufen auf den glatten Steinen war fast noch schwerer als das Fahren. So rutschte ich nochmals auf so einem Felsen aus und fiel mit dem Gesäß genau auf das Vorderrad – ein „Achter“ war das Resultat.
Am Schluß gab es noch 5 Kilometer Tempobolzen im Flachen, da gab ich nochmals alles und konnte als Gesamt 86. und 8. meiner Altersklasse in einer Zeit von 5:53:53 Stunden finishen. Insgesamt waren 349 Männer am Start, davon 57 Elite Fahrer und sehr viele Profis. Der Sieger, Urs Huber, bewältigte die Strecke in einer unglaublichen Zeit von 4:29 Stunden und war damit um 1:24 Stunden schneller als ich – darum verdiene ich doch mein Geld lieber nicht mit Biken. Wie gut eigentlich Sabine ist, sieht man an ihrem Zeitrückstand als Amateur und berufstätige Mutter (und ohne Betreuung beim Rennen). Sie lag nur 24:46 Minuten hinter der siegreichen Profi-Bikerin.

Links zum Rennen:
Ergebnisse Extrema
Homepage Bike Festival
Bericht Radstars.at

Bilder vom Rennen:

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