Granitbeisser 2013 – St. Georgen am Walde

Samstag, 7. September 2012 – unser zweites Heimrennen im Mühlviertel und zugleich das Abschlussrennen der TopSix Serie und unser Saisonabschluss. Zu bewältigen waren 79 km Kilometer und 2850 Höhenmeter bei wunderbarem Spätsommer Wetter. Da die Kinder bei Freundinnen übernachteten konnten wir relativ entspannt die 50 Minuten Anreise antreten und hatten ausnahmsweise mal keinen Stress vor dem Rennen.

Sabine:
Nach einer dreiwöchigen Trainingspause fuhr ich mit Alex mit sehr gemischten Gefühlen zum Marathon nach St. Georgen am Walde. Leider war mein Knie nach den Staatsmeisterschaften wieder schlechter. Ich hatte große Probleme beim Stiegen Steigen und so rief ich am Dienstag meine Physiotherapeutin an, bei der ich am Donnerstag einen Termin bekam. Tag für Tag wurde es dann besser, nur die Stiegen runter ging es noch nicht gut. Am Dienstag (also am 3.9.) fuhr ich am Ergometer: zuerst mit 70 Watt, das war ganz OK, aber bei 90 Watt schmerzte das Knie ein bisschen. Am nächsten Tag war dann eine sprunghafte Verbesserung zu spüren und so konnte ich bereits die doppelten Wattzahlen fahren. Am Donnerstag und Freitag fuhr ich bereits wieder draußen und probierte, ob das Knie bei kurzen Antritten Probleme bereitete. Da ich schmerzfrei war, entschied ich mich, am Samstag zu starten.
Mir war am Start klar, dass ich einiges von meiner Super-Form im August eingebüßt habe, also nahm ich mir vor, sehr dosiert zu starten. Die Startphase im kleinen Starterfeld verlief nur anfangs gut, denn im ersten Waldstück übersah ich eine Wurzel und kam zu Sturz. Da dem Bike und mir nichts passiert ist, fuhr ich weiter. Die nächsten Anstiege fuhr ich so kraftsparend wie möglich rauf und auf den Abfahrten passte ich nun auch besonders auf. Nach 10 km fuhr ich in einer Fünfergruppe mit einem ganz guten Tempo und erst 10 km später setzten sich zwei Fahrer von uns ab. Bald waren wir nur noch zu zweit und ich hatte das Gefühl, dass ich dieses Tempo durchhalten werde. Ca. 30 km vor dem Ziel musste mein „Begleiter“ Christian Luft einpumpen. Als ich weiterfuhr, sah ich einige Fahrer vor mir. Sie bogen gerade rechts ab. Als ich zu dieser Kreuzung kam, übersah ich den Pfeil und bog ebenfalls rechts ab. Leider war das falsch, das merkte ich aber zu spät. Es kostete mich zwar nur 2-3 Minuten, aber auch etwas Kraft, die ich zum Schluss noch gut gebrauchen hätte können. Weitere 10 km später holte ich dann Christian wieder ein und einige Kilometer danach hatte ich wieder die Fahrer vor mir, die anscheinend nur ein kleines Stück auf dem falschen Weg waren. Einzelne Fahrer konnte ich noch überholen und erst am vorletzten Anstieg merkte ich, dass ich schön langsam einem Hungerast entgegenfahre. Ich suchte ein paar Mal in meinen Trikottaschen, aber ich fand kein Gel mehr. Vielleicht habe ich auch eines verloren. Am letzten Anstieg musste ich dann schon sehr kämpfen, aber ich schaffte es noch ganz gut ins Ziel. Mit einer Zeit von 4:41 Stunden war ich die erste Dame auf der (Gott sei Dank) verkürzten Extreme-Strecke. Ich hätte nicht gedacht, dass es doch so gut laufen würde, trotz der beiden Missgeschicke bin ich mit meiner Zeit sehr zufrieden.

Alex:
Nachdem es in Krumbach nicht nach Wunsch lief, schraubte ich in der ersten Woche nach Krumbach, das Training etwas zurück und legte in der 2. Woche auch sehr viel Wert auf Regeneration und kurze intensive Einheiten. Obwohl das Wetter absolut perfekt war und auch die Strecke eigentlich sehr abwechslungsreich ist, wunderte ich mich sehr, dass sehr wenige Starter die Extrem Distanz in Angriff nahmen. Es scheint so, dass der Trend eher zu den kürzeren Strecken und vor allem den namhaften Marathons, wie der Salzkammergut-Trophy, geht. Dafür steigt die Leistungsdichte immer mehr.
Nach dem Start kam ich eigentlich gut weg und konnte mich so um Platz 20 einordnen. Im ersten Waldstück gleich nach dem Start, hörte ich einen Schrei von Sabine. Sie hatte eine Wurzel übersehen und war kurz zu Boden gegangen. Ich wartete auf sie, aber nachdem ihr nichts passiert war, fuhr ich nach der Abfahrt wieder mein eigenes Tempo. Ich hatte einige Plätze verloren, aber nach ein oder zwei Anstiegen, schloss ich zu Jürgen auf, der ebenfalls mit unserem Dress unterwegs ist und auch für unser Team fährt. Jürgen hat sich das ganze Jahr kontinuierlich verbessert und zu zweit versuchten wir die nächsten Fahrer einzuholen. Etwa 1 Minute vor uns lag eine Gruppe von etwa 4,5 Fahrern die wir versuchten einzuholen, was uns so ca. bei Kilometer 30 gelang. An einem der längeren Anstiege, musste dann Jürgen etwas reißen lassen und ich schloss das Loch zur Gruppe alleine und ging einige Meter hinter dem letzten Fahrer in eine Abfahrt. Auf einmal merkte ich, wie sich der Lenker bewegte – ich dacht nur – nicht schon wieder eine Panne!! Ich musste stehen bleiben und mit dem Multitool die Vorbauschrauben nachziehen. Das ist mir auch noch nie passiert. Wertvolle Sekunden vergingen und ich verlor fast 1,5 Minuten. Ich machte mich wieder auf die Aufholjagd, konnte aber die Gruppe nicht mehr erreichen. Immer wieder sah ich sie auf den nächsten 25 Kilometern, aber ich konnte die vorderen Fahrer der Gruppen nicht mehr erreichen. Vorne weg fuhr Helmut ein sehr starkes Rennen und nahm mir auf den letzten 25 Kilometern noch einiges an Zeit ab.
10 Kilometer vor dem Ziel sah ich dann doch noch einen Fahrer, noch dazu in der selben AK wie ich und ich konnte einiges an Boden gut machen. Aber 5 Kilometer vor dem Ziel türmen sich nochmals einige sehr, sehr steile Anstiege auf und da war dann bei mir die Luft draußen und ich schleppte mich ins Ziel.
Ich erreichte als Gesamt 12. und 5. meiner Altersklasse nach 4:28:30 das Ziel.
Gratulation an Jürgen für den 2. Platz seiner Altersklasse und an Helmut der mit fast 10 Minuten Vorsprung auf mich, unsere Klasse gewann!

Links zum Rennen:
Bericht Veranstalter
Ergebnissliste
Bericht Bikeboard
Bericht Radstars
Bericht OON
Bericht Radmarathon

Bilder vom Rennen:

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