Granitbeisser 2014 – St. Georgen am Walde

Am Samstag 30. August 2014 stand wieder ein „Heimrennen“ im Mühlviertel am Programm. Wie immer eine sehr harte Strecke, weniger wegen der 79 km und 2850 Höhenmeter, sonder durch die vielen, vielen kurzen steilen und mit Wiesen und Erdwegen versüßten Anstiege. Heuer war aber das Rennen extra anstrengend, da wir leider ein typisches Sommerwetter des Jahres 2014 hatten: Regen, Regen und nochmals Regen. Entgegen des Wetterberichts regnete es schon ein paar Mal am Vorabend und es begann auch pünktlich vor dem Rennen zu regnen und hörte erst ganz am Schluss wieder auf. Die Strecke war extrem rutschig und der Boden sehr, sehr tief – aber Mountainbiken ist kein Hallensport, darum standen wir dennoch am Start.

abine:
Da das Wetter ja nicht so schlecht angesagt war und das Rennen so nah bei uns ist, wollten Alex und ich wieder beim Granitbeisser starten. Vor dem Frühstück ging gerade die Sonne auf, doch 10 min später regnete es bereits und so blieb es auch bis zum Start. Darum habe ich fast zu viel angezogen, was ich schmerzhaft bezahlten musste. Die Startphase und die ersten 25 km verliefen sehr gut für mich, nur dass ich bei der Linienwahl bergauf und bergab heute kein glückliches Händchen zeigte. Nach fast 30 km wurde ich dann meine Regenjacke los (danke an Edith Kraus), aber die beiden Hauptprobleme – kurze Regenhose und Überschuhe – hatte ich noch. Durch den Sand unter der Regenhose, scheuerte sie etwas oberhalb der Knie und auch die Überschuhe rieben am Ende des Reißverschlusses. Mittlerweile hatte ich zu Alex aufgeschlossen, der sich aber dann wieder von mir absetzen konnte. Nach ca. 35 km rutsche ich in einer schnellen Abfahrt weg, stürzte so unglücklich, dass mir das Bike dermaßen auf meine Wade krachte, dass sich sofort eine riesige Beule bildete. Jetzt hatte ich 5 schmerzende Stellen, was mich ziemlich aus dem Konzept brachte. Ich überlegte schon, alles (also Regenhose und Überschuhe) auszuziehen. Ich fuhr trotzdem weiter, weil ich dachte, dass es sich momentan schlimmer anfühlt als es ist, aber nach dem Rennen war ich an allen vier Stellen total aufgeschürft und blutig. Muskulär ging es mir dagegen sehr gut. Ich wusste, dass die ärgsten Anstiege erst zum Schluss kamen und so konnte ich wenigstens in dieser Hinsicht alles richtig machen und mir meine Kräfte perfekt einteilen. Sogar die letzten extrem bissigen Anstiege konnte ich noch ein super Tempo fahren und auch bergab blieb ich im Sattel. Erst im Ziel musste ich nicht mehr die Zähne zusammenbeißen und konnte mich nach 4:51 Stunden als Siegerin der Extreme-Distanz feiern lassen. Wieder einmal war der Granitbeisser eine (kurze) Reise wert, perfekt organisiert, anspruchsvolle Strecke, super ausgeschildert, genügend Laben (reichlich ausgestattete Ziellabe!) und eine tolle Siegerehrung.

Alex:
Neben Kleinzell, wo ich ja meine Klasse gewinnen konnte, war auch der Granitbeisser eines meiner Hauptziele heuer. Ich wollte unter die Top 15 Gesamt und auf’s Stockerl meiner Klasse fahren. Leider war ich die ganze Woche über verkühlt, konnte eigentlich nicht richtig trainieren und fuhr nur ganz kurze Regenerationsfahrten. Am Freitag überlegte ich überhaupt noch, ob es Sinn macht, aber der Wetterbericht sagte: „Regen, kommt erst am Nachmittag!“ – Also dachte ich mir, ich will es probieren. Am Samstag morgen, ging es mir ein wenig besser und ich hatte nur noch Schnupfen und leichten Husten. Wetter war nicht einladend, aber was solls. So startete um 9 Uhr das Rennen und ich versuchte gleich meine Position im vorderen Feld zu finden. Ich fand schnell 2 andere Fahrer, die ungefähr so schnell wie ich waren, aber nach ca. 1 Stunde musste ich reißen lassen. Ich kam mit dem Puls nur wenig über den EB Bereich und es wurde immer schlechter. Ich fuhr ein paar Minuten alleine, dann wurde ich von 3 Fahrern überholt und auch Sabine kam schon herbei geeilt. Ich versuchte an ihr dran zu bleiben, aber es ging einfach nicht und sie fuhr immer weiter vor mir. Ich war schon frustriert und wartet schon auf die nächsten Fahrer von hinten, aber ich wollte nicht aufgeben und auf einmal nach einer Labe konnte ich zu Sabine aufschließen und der Puls ging zumindest wieder weiter hinauf. Mir fehlten zwar noch immer fast 10 Schläge auf meinen maximalen Puls, aber kein Vergleich zu vorher. Ich konnte in der nächsten Stunde wieder die 3 Fahrer überholen, als ich plötzlich ein „Psst“ hörte und sah, wie die Milch aus dem Vorderreifen spritzte. Es dauerte ein paar Umdrehungen, aber dann war der Reifen wieder dicht. Der Luftverlust war nicht zu schlimm und ich konnte auch noch die beiden Fahrer, mit denen ich am Anfang gefahren bin, einholen. Bergauf ging es jetzt ganz gut, bergab riskierte ich nichts. Ich sammelte noch einen Fahrer ein, verlor aber dann den Zielsprint gegen einen jüngeren. Dennoch reichte es mit einer Zeit von 4:43:15 zu Gesamtrang 8 und dem Sieg in meiner AK. Als dann wenig später auch noch Sabine als Siegerin im Ziel ankam, war wieder ein perfekter Renntag vorbei.

Links zum Rennen:
Granitbeisser Homepage
Ergebnisse 2014
Bericht Tips
Bericht OON

Bilder vom Rennen:

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