Granitmarathon 2012 – Kleinzell

Erfolgreich im Ziel

Pfingssonntag, 27. Mai 2012 – Kleinzell – ein Rennen im Mühlviertel ist natürlich immer etwas besonderes und auch im Jahr eins nach der Europameisterschaft sind wieder sehr viele starke FahrerInnen am Start. Insgesamt nahmen auf 3 Strecken ca. 1000 Teilnehmer teil und auf unserer Classic Strecke waren es immerhin noch 151 Starter. Bisher hatten wir in Kleinzell noch nie Wetterglück und es war immer regnerisch mit viel Schlamm auf der Strecke, aber heute war die Strecke in traumhaften Zustand und das Wetter optimal. Da konnten unsere Leistungen natürlich nicht hintenanstehen und so begaben wir uns um 9:15 auf die 78 Kilometer und 2770 Höhenmeter. Ein besonderer Motivationsschub für uns war heute, dass unsere beiden Töchter mit Christoph und Cornelia (DANKE fürs Aufpassen!) zur Siegerehrung kommen wollten – vorausgesetzt wir sind am Podest – und das waren wir dann auch …

Sabine:
Zu den Vorbereitungen auf ein Rennen gehört auch, dass man sich über seine Gegnerinnen informiert. Die stärksten Konkurrentinnen an diesem Tag würden sicher Birgit Söllner, Kristina Weber (beide GER) und Manuela Grünzweil werden. Meine Recherchen ergaben, dass mir Birgit voriges Jahr bei der EM hier in Kleinzell 25 Minuten abgenommen hatte und heuer bei den Marathon DM ausgezeichnete Dritte wurde.
Nach dem Start fuhren alle drei oben genannten Fahrerinnen ein sehr hohes Tempo, das ich zu Beginn nicht ganz mitgehen wollte. Ich blieb aber weit genug vorne, um bei den ersten Single-Trails nicht im Stau stecken zu bleiben. Nach ein paar Kilometern konnte ich Kristina und Manuela hinter mir lassen, musste aber auch Birgit ziehen lassen, die bergauf wie mit Motor fuhr. Ich nahm mir vor, mein Tempo zu fahren und vor allem zu Beginn nicht jeden Anstieg voll raufzugasen, obwohl meine Beine das gerne getan hätten. Ich kam in der Folge mit dem Wechsel steil bergauf, steil bergab, ebene Verbindungsstücke und wellige Passagen sehr gut zurecht . Nach der Durchfahrt durch Kleinzell verlor unsere Gruppe an Tempo und ich überlegte schon, ob ich alleine weiterfahren sollte, ließ es aber vorerst bleiben. Erst bei Kilometer 50 packte ich die Gelegenheit beim Schopf und hängte mich an einen Donau-Fritzi-Fahrer dran, der sehr stark fuhr. 10 km vor dem Ziel begegnete ich Kristina, die mir sagte, dass sie sich verfahren hat und dass Birgit nur 2 min vor mir ist. Ich gab noch alles, aber es blieb bei meinem Rückstand. Ich stellte mir danach zwar die Frage, ob ich noch mehr aufholen hätte können, wenn ich das Tempo früher verschärft hätte, auf der anderen Seite fühlte ich mich bis zum letzten Anstieg super und erreichte beim Bergsprint auch die zweitbeste Gesamtzeit bei den Damen, natürlich hinter Birgit, aber auch vor allen anderen – sogar den Small-Starterinnen. Insgesamt war es ein sehr gutes Rennen für mich. Nach 4:09:01.01 Stunden und einem Rückstand von nur 2:17.25 Minuten wurde ich Zweite auf der Classic-Strecke.

Alex:
Nach meinem Missgeschick von letzter Woche mit der neuen Sattelstützte verbrachte ich die wenige Zeit unter der Woche die neben dem Training und der Arbeit blieb, um dieses Problem zu lösen. Bereits am Wochenbeginn ließen wir die Räder bei unserem Sponsor und bestem Radgeschäft in Oberösterreich: www.sportlehner.at durchchecken und dennoch gabs am Freitag Abend einen kleinen Schock für mich: Ich spürte bei der Kurbel ein leichtes Spiel. Also am Samstag Vormittag wieder zu Christian Lehner, unserem Chefmechaniker und nach ca. 2 Stunden und dem Anfertigen lassen einer 0,1 mm Distanzscheibe, war das Problem beseitigt und das neue 29’er Spark lief dieses Mal wirklich perfekt. Es scheint ich habe auch die optimale Abstimmung gefunden.
Sabine und ich konnten aufgrund unserer guten Ergebnisse aus der 3. Startreihe starten und ich versuchte gleich zu Beginn an meinen Konkurrenten dranzubleiben. Meine Taktik, war so lange wie möglich an Adolf Wakonig dran zu bleiben. Er war in St. Veit und Kürnberg vor mir und ist meistens der, den es zu schlagen gibt (in meiner Altersklasse). Wie immer wird in Kleinzell bei der kurzen Startrunde ein Höllentempo gefahren, weil es dann in einen Singletrail geht. Vorne die Profis und in der dritten größeren Gruppe war ich mit meinen Konkurrenten. Auch Sabine’s Hauptgegnerin war in der Startrunde bei mir: Birgit Söllner – sehr stark bergauf, aber sehr langsam bergab. Nach dem ersten Drittel der Strecke war ich einer 3er Gruppe unterwegs mit Adolf und noch einem Gegner (auch in unserer Altersgruppe). Ich fuhr eigentlich jeden Berg am Anschlag und bei den beiden ganz steilen Anstiegen mit mehr als 18% musste ich am meisten kämpfen. Wir belegten da die Plätze 15-17. In der 2. Runde konnten wir noch Fahrer überholen und zu 2 weiteren aufschließen. Leider musste ich am längsten Anstieg am Schluss reißen lassen und die vier konnten ein Loch mit ca. 100 Meter herausfahren. Ich brauchte sehr lange bis zu den technisch schwierigen Single Trails gegen Ende um das Loch zu schließen, konnte aber zwei Fahrer überholen und zu dritt gingen wir in den Steinbruch mit den letzten Steigungen und kurzen schnellen Abfahrten. In der ersten Abfahrt setzte ich mich an die Spitze, nutzte den Vorteil des Fullys und ging als erster in den letzten Anstieg zum Ziel (Bergsprint). Ganz am Schluss bei der vorletzten Kurve passierte mir fast noch ein Fehler und so gab es einen Zielsprint, den ich gewinnen konnte! Es war das bisher beste Rennen meiner Laufbahn: Gesamtplatz 10 und 2. in meiner Altersklasse! – Meine Fahrzeit: 3:48:56
Wie sehr ich am Schluss gekämpft habe, sieht man am besten an meiner Platzierung beim Bergsprint: 7. Platz bei den Classic Fahrern.

Links zum Rennen:
Ergebnisse Kleinzell 2012
Homepage Veranstalter
Bericht Bikeboard
Bericht Oberösterreichische Nachrichten

Bilder vom Rennen:

One Comment on “Granitmarathon 2012 – Kleinzell

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.