Grazer Bike Marathon 2012 – Stattegg/Graz

Sonntag 19. August 2012 – Rückkehr zum Schöckl Monster und zur Stätte von Sabines größtem Triumph bisher. Wie auch letztes Jahr machten wir uns auch heuer wieder auf, den technisch anspruchsvollsten Marathon in Österreich zu bezwingen. Und wie auch im letzten Jahr gab es einige Strecken und Wertungen zur Auswahl, wie zum Beispiel die Masters Marathon Europameisterschaft oder die Classic Distanz, welche auch zur MTB Challenge Wertung zählt.

Sabine:
Da Alex und ich in Stattegg übernachtet hatten, ging sich in der Früh alles super aus und ich wartete nur noch, bis ich für den Start aufgerufen wurde. Wir waren nur 6 Damen, die das UCI-Rennen fuhren und nur 7, die sich für das Masters-EM-Rennen gemeldet hatten. Schade, dass nicht mehr Damen da waren und dass man nicht bei beiden gewertet werden konnte.
Nach dem Start fuhren wir zuerst auf einer sehr steilen Straße (immer um die 20 %, max. 22 %) rauf zur Leber, Katrin Schwing und auch andere Damen gingen das Rennen sehr schnell an, was ich heute absolut nicht vor hatte und es gelang mir, dosiert zu fahren und bis auf Katrin verlor ich auch keine andere Dame aus den Augen. Nach drei weiteren kurzen Anstiegen und Abfahrten lag ich bereits an zweiter Stelle und fuhr weiterhin mein Tempo. Die Strecke war in einem erstklassigen Zustand, alle Abfahrten waren gut fahrbar und so machte es mir heute seit langem wieder mal richtig Spaß. Nun folgten ein langes Flachstück auf der Straße durch Gratkorn und der Anstieg auf den Geierkogel, wo es mir richtig gut ging, auch bergab lief es bestens und so konnte ich kurz vor der dritten Labe Katrin Schwing erkennen. Bis zur Labe habe ich meinen Rückstand auf ca. 150 Meter verkleinert und folgte ihr in die sehr ruppige Auffahrt zum Nordlift. Immer wieder kam ich näher an sie heran, dann konnte sie sich wieder etwas absetzen. Ich versuchte, mein Tempo zu fahren, eine möglichst gute Spur zu suchen, aber es war sehr mühsam und so war ich froh, als wir endlich oben waren. Dann war ich positiv überrascht, dass mich Katrin in der folgenden sehr schwierigen Abfahrt gar nicht so weit abgehängt hat. Nun ging es weiter rauf zum Schöckel aufgeteilt auf drei Anstiege mit kurzen flachen Passagen dazwischen, in denen Katrin sehr stark fuhr. Im letzten flachen Teil vor dem finalen Anstieg kam von hinten Christoph Soukup angebraust und ich versuchte mich in seinem Windschatten zu halten. Ca. 1 Minute lang gelang mir das und wir überholten dabei auch Katrin. Aber als es steiler wurde, war er weg und ich musste nach diesem hohen Tempo etwas zurückschalten. Leider verlor ich Katrin nochmals, als es auf die neu errichteten Stege (für die Wanderer) ging, denn vor mir stürzte ein älterer Wanderer und ich wartete, bis der Steg wieder frei war. Nachdem ich nochmals wandernden Gegenverkehr hatte, konnte ich ganz oben am Schöckel wieder zu Katrin aufschließen und stürzte mich in die Abfahrt. Leider rutsche ich bei einem Gatter, wo wir durchfahren mussten aus und beim Aufstehen krampfte mein linker Oberschenkel. Als ich wieder fahrbereit war, fuhr ich langsam weiter, war dann aber einem Fahrer im Weg und so blieb ich nochmals stehen, um ihn vorbei zu lassen. Ich konnte zwar die ganze Schöckel-Abfahrt fahren, aber ich fand keine so gute Spur wie am Vortag und so rutschte ich noch zweimal auf losen Steinen weg. Ich hatte schon die Hoffnung aufgegeben, die Führende nochmals zu sehen, doch dann konnte ich in der Schiebepassage rauf zur Klamm nochmals zu ihr aufschließen, verlor sie aber wieder in der nächsten Abfahrt. Erst nach einigen Kilometern auf der Straße sah ich sie wieder vor mir und kämpfte mich nochmals an sie heran. Da ich sie im allerletzten Anstieg nicht mehr überholen konnte, fuhr sie als erste in die Abfahrt beim Falschgraben. Ich beschloss, die letzte Abfahrt noch zu genießen, denn die ist wirklich ein Genuss. Es ist alles flüssig zu fahren, das Tempo wird nie zu hoch und so kam ich mit 1:18 Minuten Rückstand mit einer Zeit von 4:52:43 Stunden glücklich und gesund im Ziel an. Ich hatte mir das Rennen gut eingeteilt, es ging mir auf den Abfahrten gut und das Bike lief perfekt (obwohl ich es jetzt zwei Wochen nicht hatte, da die Federgabel in Ischgl kaputt wurde und ich zum Glück eine andere bekam. Danke nochmals an unseren Unterstützer und Radhändler: www.sportlehner.at, der wieder alles in Bewegung setzte um das Rad wieder fit zu bekommen). Bei der Siegerehrung wurden wieder die Fahnen geschwenkt, was ich sehr feierlich finde. Bei der Gesamtwertung zum Marathon-Cup wurde ich schließlich punktegleich mit der Ersten Verena Krenslehner ganz knapp Zweite.

Alex:
Obwohl zu Saisonbeginn die Masters EM mein großes Ziel war, da ich mit diesem Rennen noch eine Rechnung offen hatte, entschied ich mich kurzfristig doch, die wesentlich kürzere Classic Distanz (66 Kilometer und 2651 Höhenmeter) in Angriff zu nehmen.
Sabines Rennen startete bereits um 8 Uhr und meines erst um 10 Uhr, deshalb hatte ich mehr als genung Zeit nach dem gemeinsamen Frühstück zuerst Sabine zum Start zu begleiten und dann auch noch gemütlich auf meinen Start zu warten. Vermutlich genau wegen dieses Überangebots an Zeit, passierte mir ein Missgeschick: Ich vergaß meinen Zeitnahmechip am Fußgelenk zu montieren. Glücklicherweise fuhr ich bereits 30 Minuten vor 10 Uhr zum Start und bemerkte hier das Fehlen des Chips, alos nochmals zurück zur Unterkunft und wieder zum Start. Ich denke spätestens jetzt war ich hellwach. Ich dachte mir nur, hoffentlich geht das nicht so weiter, denn am Vortag als wir den Schöckl Downhill besichtigten, hatte ich bereits nach einigen Meter am Trail einen kapitalen Reifenschaden, den wir nur mit Klebeband reparieren konnten.
Das Rennen selbst verlief dann fast pannenfrei und relativ ereignislos. Meine Form war wieder eine Spur besser und ich fuhr das ganze Rennen konstant um die Plätze 13-17, wusste jedoch nicht, wer von meiner Altersklasse vor mir ist. Die Strecke selbst war trocken und echt super zu fahren. Fast keine Abfahrt in Stattegg ist einfach und der Marathon hat wirklich sehr, sehr viele Trails und technische Passagen. So wirklich spannend wurde es erst gegen Ende am Schöckl. Auf den letzten Höhenmetern hatte ich einen kleinen Einbruch, erhohlte mich aber rasch wieder davon. Dann begann der irre schwierige Downhill vom Schöckl und ich war ziemlich nervös, da ich letztes Jahr ein paar mal umgefallen bin und gestern die Panne hatte. Aber es ging mir gut und ich musste nur 3-4 Fahrer vorbei lassen, wobei nur 2 meine Distanz fuhren. Der Downhill beinhaltet auch 2-3 Flachpassagen und 3 kurze Gegenanstiege mit einem Schiebestück, wo ich immer wieder Fahrer rücküberholen konnte.
In einem Flachstück vor dem letzten Downhill im Falschgraben, schloß auf einmal ein mir bekannter Fahrer auf, mit dem ich mich schon öfter gematched hatte. Ich mobilisierte alle Kräfte und konnte ihn am letzten kurzen Anstieg distanzieren und überholte auch noch einen anderen Fahrer mit orangem Trikot. Dann ging es in den wirklich tollen Falschgrabentrail, wo der Veranstalter sich wirklich viel Mühe gegeben hat und technische Schikanen mit kleinen Anlegern eingebaut hat. Hier überholte mich wieder der Fahrer mit orangem Trikot, er fuhr um einen Tick schneller bergab. Nach einigen „Cross-Country“ Passagen erreichte ich schließlich nach 3:43:29 als Gesamt 15. und 4. meiner Altersklasse das Ziel. Auf Rang 3. meiner Altersklasse hatte ich ca. 10 Sekunden Rückstand – der Fahrer mit dem orangen Trikot schnappte sich diesen. Etwas ärgerlich, aber in Kleinzell gewann ich im Zielsprint Platz 2 und heute verlor ich kurz vor dem Ziel Platz 3.
Ich bin mit meiner Leistung zufrieden, es war wieder eine Steigerung und fühlte sich wieder besser an. Insgesamt war es ein tolles Wochenende mit einer tollen Veranstaltung. Wir kommen sicher wieder …

Links zum Rennen:
Homepage Veranstalter

Bericht Austria Marathon Cup
Ergebniss UCI Rennen – Damen
Ergebniss Classic Herren
Bericht Marathon Cup
Ergebniss Marathon Cup

Bilder vom Rennen:
Vielen Dank an Michaela für die tollen Fotos im Ziel und von der Siegerehrung!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.