Kernlandtrophy 2014 – Grünbach

Am 26. Juli 2014 fand in unserem Heimatbezirk in Grünbach bei Freistadt wieder die Kernlandtrophy statt. Dieses 6-Stunden Rennen ist uns inzwischen schon sehr ans Herz gewachsen, da es sehr familiär ist, ein überschaubares Starterfeld bietet und die Veranstalter sich wahnsinnig ins Zeug legen. Jedes Jahr gibt es Verbesserungen und als allerbestes wird immer ein Teil des Startgeldes für soziale Zwecke gespendet – Hut (oder besser Helm) ab. So freuten wir uns auch heuer wieder auf die 4 Kilometer Schleife mit 80 Höhenmeter.

Sabine:
Bis 5 Tage vor Grünbach hatte ich mich noch nicht entschieden, ob und wie ich in Grünbach beim 6-Stunden-Rennen starten würde. Da meine Schwester Eva und vor allem unsere Nichte Nina unsere beiden Mädchen zu sich eingeladen haben, hatten wir das Wochenende zur freien Verfügung und somit meldete ich mich auch für die 6-Stunden-Einzelfahrt an.
Ich hatte mir keine spezielle Taktik zurechtgelegt und wollte mal sehen, wie es anfangs läuft. Mir war bewusst, dass man sich seine Kräfte gut einteilen muss, da der Rundkurs nur zwei kurze Anstiege und Abfahrten hatte, dafür aber auf dem Großteil der Strecke flach war. Gerade auf diesen flachen Passagen war es besonders hart, da man in hohem Tempo auf rumpeligem Untergrund immer mittreten muss.
In der Startphase ging es mir schließlich so gut, dass ich die ersten 50 Minuten mit den beiden schnellsten Männern (Alex und seinem Konkurrenten) mitgefahren bin, bevor ich sie im Flachen ziehen lassen musste. Danach fuhr ich einige Runden mein eigenes Tempo, bis ich zufällig einen Fahrer eines Zweierteams „erwischte“, hinter dem ich gut im Windschatten fahren konnte. Auch sein Partner fuhr ein tolles Tempo und auf einmal konnte ich nochmals zu Alex und seinem Verfolger aufschließen. Ich war gerade so gut in Schwung, dass ich sogar ein halbe Runde die Führung übernahm und Alex in meinem Windschatten fahren konnte, um sich von seinem Kontrahenten abzusetzen. Danach brauchte ich allerdings eine „Erholungsrunde“ und fuhr die restliche Zeit mein eigenes Tempo. Ich habe mir dann meine Kräfte sehr gut eingeteilt auf diesem harten Rundkurs. Hart ist hier sicher die richtige Beschreibung, denn nach 4 Stunden schmerzte mein Unterarm vor allem auf den schnellen Passagen. Ich kämpfte schon seit einigen Wochen mit einer Schwellung am linken Unterarm, die bei bestimmten Bewegungen auch schmerzhaft ist. Meine Physiotherapeutin konnte mich aber nur einmal behandeln, da sie nun im Urlaub ist. So biss ich die Zähne zusammen und fuhr Runde um Runde bis es nach ca. 5 Stunden windig wurde und auch zu regnen begann. Nach 5:08 Stunden fuhr ich erneut durchs Ziel, wo das Rennen wegen eines herannahenden Unwetters abgebrochen wurde. Zum einen war ich froh über den Abbruch, da mein Unterarm schmerzte und auch der rechte Schuh mich die letzten beiden Runden schon ordentlich drückte, auf der anderen Seite hätte ich noch Kraft für die letzte Stunde gehabt.
Insgesamt fuhr ich in den 5 Stunden 30 Runden (=130 km, 2500 hm) und konnte somit die Damenwertung gewinnen und wurde insgesamt zweite hinter meinem Mann, was mich ganz besonders gefreut hat.

Alex:
Nach meinem Sturz im letzten Jahr und dem damit verbundenen vorzeitigen Ausscheiden aus dem Rennen, nahm ich mir heuer einiges vor. Ich wollte unbedingt finishen und wenn möglich auch aufs Stockerl fahren. Die Veranstalter hatten aus meinem Crash mit einem Fahrer aus der Wechselzone gelernt und die Ausfahrt aus eben dieser optimiert und damit war meine Stimmung vor dem Rennen gleich noch besser. Pünktlich mit der 12 Uhr Sirene starteten wir in die 6-Stunden und ich versuchte gleich von Beginn weg, das Tempo der Einzelfahrer vorzugeben. Bereits nach den ersten Runden konnte ich die Gruppe sprengen und es blieb nur ein 2. Fahrer, Rudolf Trummer direkt an meinem Hinterrad. Da die Strecke aber sehr flach und schnell ist, aber teilweise auch sehr ruppig, hatte ich in der Anfangsphase nie die Zeit nachzusehen, wie weit die anderen Fahrer hinter uns sind. Mein „Partner“ in unserer zwei Mann-Führungsgruppe beteiligte sich aber eher spärlich an der Führungsarbeit und so fuhr ich die meiste Zeit im Wind.
In Runde 10, nach ca. 1:45 Stunden, überholte uns auf einmal ein weiterer Einzelfahrer. Sabine nutzte eine Tempoverschleppung durch taktische Geplänkel (keiner von uns beiden wollte im Wind fahren und so sank das Tempo) und überholte uns im Windschatten eines schnellen 2’er Team Fahrers. Ich konnte mich sofort in ihren Windschatten klemmen, war mir aber nicht sicher ob auch mein Kontrahent mitgehen konnte. Auf der langen Geraden vor dem kurzen steilen Anstieg wurde der Fahrer vom 2’er Team etwas langsamer und so gingen Sabine und ich vorbei und ich forcierte nochmals das Tempo über den Anstieg, nach dem Motto: Angriff ist die beste Taktik. Nach der Seidelalm und zu Beginn der 11. Runde war zwischen Sabine, mir und meinem Verfolger ein kleines Loch und Sabine drückte nochmals aufs Tempo und gab mir so in der ersten flachen, ruppigen Hälfte der Runde super Windschatten. Außerdem zeigt sie mir, wie schnell man die Passage durch den Wald fahren kann, ich konnte kaum ihr Hinterrad halten. Auf der langen Geraden vor dem Anstieg ging ich dann wieder in Führung und drückte nochmals aufs Tempo. Ab jetzt war ich alleine in Führung, aber ich hatte keine Ahnung wie weit ich vorne war. Runde für Runde versuchte ich das Tempo hoch zu halten und fuhr eigentlich immer auf konstant hohem Level. Es lief super, die Labe für uns Einzelfahrer füllte immer die Flaschen auf und wir mussten nie stehen bleiben, wenn man 2 Flaschen hatte oder ein Runde ohne Flasche durchhielt. Nach 4 Stunden hatte ich etwas Motivationsprobleme aber die Durchsage, dass ich nur 2 Minuten vorne lag, genügte um wieder mein Tempo zu fahren. Ich war bereit in der letzten Stunde noch zuzulegen, aber ein drohendes Gewitter beendete das Rennen bereits nach 5 Stunden. Erst jetzt im Ziel erfuhr ich, dass der Fahrer mit 2 Minuten Abstand Sabine war und mein Konkurrent zu Beginn des Rennens nach der 13. Runde ausstieg.
Ich konnte so den Gesamtsieg mit 30 Runden und 5:06:09 einfahren. Platz zwei ging an Franz Reisinger mit 29 Runden. Da unserer Kinder bei Sabines Schwester übernachteten konnten wir das tolle Rennen mit netten Leuten ausklingen lassen und uns freuen, dass wir beide mit 30 Runden die Tagessiege holen konnten.

Ergebnisse Einzelwertung 2014
Homepage Kernlandtrophy

Bilder vom Rennen:

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