Kitzalpbike 2014 – Kirchberg

28. Juni 2014 – vor fast einem Jahr (364 Tagen) fand in Kirchberg beim Kitzalpbike die Marathon WM statt. Wie wird der Marathon ein Jahr später dort sein? Werden wieder viele Profis am Start sein und wie sind die Strecken im Vergleich zum Vorjahr. Wie immer nach einem Großereignis besteht die Gefahr, dass die Veranstaltung in ein Loch fällt. In Kirchberg ist das nicht passiert, aber einige kleine Mankos hat es schon gegeben. Die Strecke wurde geändert und die Ultra Men um 400 Höhenmeter verkürzt und die Auffahrt über die Fleckalm durch eine zweimalige Auffahrt über die Ochsalm ersetzt. Die Ultra Damen Strecke wurde gestrichen und der Ehrenbachtrail konnte wegen Bauarbeiten nicht befahren werden. Dennoch blieben harte 4000 Höhenmeter und 92 Kilometer mit Fleckalmtrail und Wiegalmtrail auf der Speisekarte.

Sabine:
Meine Taktik für dieses lange Rennen sah sehr einfach aus: Die ersten beiden Berge locker fahren und dann schauen, was noch geht. Gleich beim ersten Anstieg fuhr ich anfangs doch etwas schneller als geplant, sonst hätten mich die Fahrer, die von hinten kamen (vor allem von den kurzen Distanzen) überrollt. Nach 3 km bergauf hatte sich aber alles etwas beruhigt und ich konnte mein Tempo fahren, nur das letzte Stück rauf zur Choralm war dann intensiver, das über einen steilen Wiesenanstieg führt. Es ging aber super und so fuhr ich den gesamten Uphill, angefeuert von einer großen Zuschauermenge am höchsten Punkt. Danach folgte eine flachere Passage und eine Schotterabfahrt, bevor es in den Wiegalm-Trail ging. Auch bergab ging es mir gut. Nun folgten einige Kilometer auf der Straße und später auf Schotter rauf zur Ehrenbachhöhe. Ich brauchte 2 km, bis ich einen guten Rhythmus fand, aber den langen Anstieg auf der Straße empfand ich trotzdem sehr mühsam. Leider kann man den Ehrenbachtrail nicht mehr fahren und so gings dort auf Schotter runter und rauf. Bergauf fuhr ich etwas dosierter, da ja am Ende des Anstiegs eine Schiebepassage am Hahnenkamm auf uns wartete. Ich fühlte mich noch sehr gut, also war es richtig gewesen, vorher etwas Tempo rauszunehmen. Am Anstieg zum Pengelstein rauf hatte ich noch super Beine und ich konnte einen Fahrer überholen und kämpfte mich noch an einen weiteren heran, aber dann gings auch schon bergab und hier vergößerte sich wieder etwas der Abstand. Nun gings nochmals von der Schirast hinauf zur Ehrenbachhöhe, was extrem mühsam war. Nochmals diese fade Straße rauf, in der brennenden Sonne und nur alle 2 km ein Fahrer. Ich habe normalerweise kaum Motivationsprobleme, aber nun war es so weit. Ich nahm etwas Tempo raus und redete mir ein, gleich wird’s besser, aber es war ein Kampf bis hinauf. Da war dann ganz oben der steile Wiesenanstieg im Vergleich dazu ein Klacks. Mittlerweile war ich über 5 Stunden unterwegs und nun sollte ich noch den Fleckalmtrail runter. Bis zum Waldstück ging es gut. Ein Stück lief ich und als ich gerade wieder einige Meter gefahren bin, war ein kleiner Stau vor mir. Irgendwie unkonzentriert machte ich einen Fehler beim Bremsen und war zu einem Notabgang – besser gesagt einem Notabsprung 2 m hinunter in einen Bach – gezwungen. Ich hatte irrsinniges Glück, denn ich landete total satt mit den Füßen auf Steinen und einem Baumstamm. Bruchteile von Sekunden später gesellte sich noch mein Bike zu mir. Schrecksekunden vergingen bevor ich mit meinem Bike wieder raufkletterte. Nach einer Minute fuhr ich weiter, nachdem Rad und Fahrer oder größere Schäden waren. Leider habe ich nicht bemerkt, dass mein neuer Sigma Rox 10 nicht mehr in der Halterung war. Also fuhr ich etwas schaumgebremst den Trail fertig und freute mich sehr, die Ultra-Strecke in einer so super Zeit geschafft zu haben: 5:48 Stunden
Es war ein super Rennen, perfekte Laben, so dass es kein Problem ist ohne Betreuung zu fahren. Einzig die zweite Auffahrt auf der Straße von der Schirast ist ein No go und der schwierige Trail mit jeder Menge Fahrern unterschiedlichen Niveaus am Ende eines langen Marathons empfinde ich als unnötigen Stress für alle Beteiligten. Entweder fahren die längeren Distanzen etwas früher im Rennen dort runter oder man macht zusätzlich Chicken-Ways, so dass jeder sicher ins Ziel kommen kann.

Alex:
In der Woche vor dem Rennen fühlte ich mich wieder viel stärker als vor Pöllau und auch das verletzte linke Bein schien wieder vollkommen genesen. Ich konnte einen Startplatz in der ersten Reihe nach den Elite Fahrern ergattern. Sabine in Reihe eins der Elite Fahrer und ich in Reihe eins der Hobby Piloten. In Kirchberg sind die Startplätze wichtig, da man auf einem sehr breiten Parkplatz startet und dann zuerst auf der Bundesstraße fährt, bevor es in Kirchberg immer schmäler wird und schließlich bis Brixen auf einen Feldweg geht. Und da alle Strecken gemeinsam starten, ist eigentlich die Startphase bis Brixen immer der gefährlichste Abschnitt. Aber ich kam gut durch und fuhr am ersten Berg (Choralpe) mein Tempo. Auf dem steilen Wiesenstück kurz vor dem höchsten Punkt, schob ich wie die meisten das Rad um Körner zu sparen. Hier spürte ich wieder kurz meinen linken Unterschenkel viel stärker als den rechten. Auf der Schotterabfahrt und dem Wiegalmtrail ging es für meine Verhältnisse recht gut und ich verlor nicht zu viele Plätze (am Trail selbst eigentlich keinen Platz). Die Auffahrt auf die Ehrenbachhöhe über die Ochsalm war relativ ereignislos, ich konnte wieder einige Plätze gut machen, fuhr aber nie am Limit. Beim sehr schnellen Downhill zur Einsiedelei, verlor ich wieder 4 oder 5 Plätze aber nicht zu viel und ich war zuversichtlich, diese schnell wieder beim Aufstieg zum Hahnenkamm einzuholen. Aber da hatte ich noch nicht mit einem Krampf im linken Bein gerechnet, der mich sofort auf den ersten Metern am Anstieg ereilte. Komischerweise fühlte ich mich noch total fit und hatte rechts überhaupt keine Probleme. Auch nach der Schiebepassage über Steilhang und Mausefalle zurück auf den Hahnenkamm machte der linke Unterschenkel etwas Probleme. Ich fuhr daraufhin bis zum Pengelstein nur mit ca. 85% wobei ich ohne Pulsmesser unterwegs war, was auch nicht ganz optimal war. Nach der langgezogenen Abfahrt zur 2. Auffahrt über die Ochsalm hatte ich wieder 2 Plätze verloren, aber beim Anstieg konnte ich ca. 6-8 Fahrer überholen.
Leider hört das Rennen nicht auf der Ehrenbachhöhe auf und ich musste noch den für mich zu schwierigen Fleckalm-Trail bezwingen. Hier verlor ich 6 Plätze, aber ich kam ohne Sturz ins Ziel. Sabine nahm mir heute bei jedem Downhill einiges an Zeit ab und selbst mit ihrem Missgeschick am Felckalm-Trail war sie über 1 Minute schneller als ich in dem Trail. Schließlich kam ich nach 5:44.05 als 4. meiner AK und Gesamt 29. ins Ziel. Wenn ich nur etwas schneller bergab wäre, wäre ein Podestplatz drinnen gewesen. Ein Fahrer mit einem Löffler Manua Loa DT Swiss Trikot war vor dem Trail ca. 1 Minute hinter mir, aber nach dem Trail 5 Minuten vor mir im Ziel.

Ergebnisse
Homepage Kitzalpbike Marathon
Nachbericht Bikeboard
Bericht Radmarathon

Bilder vom Rennen:

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