Marathon Masters EM 2011 – Graz-Stattegg

21. August 2011: Ein Tag der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird, denn wir fuhren nach Stattegg bei Graz und traten auf der schwierigen WM Strecke von 2009 zur Masters Europameisterschaft an. Die Damenstrecke hatte 84 Kilometer und 3061 Höhenmeter zu bieten und die Herren durften noch einen Berg mehr und somit 104 Kilometer und 3818 Höhenmeter bewältigen. Enden sollte der Tag mit einem überagenden Sieg und damit Europameistertitel von Sabine!

Sabine: Ein traumhafter Tag für mich, unglaublich! Vor allem, was ich alles bergab fahren konnte! So ein schwieriges Rennen bin ich noch nie gefahren!
Schon beim Einfahren fühlte ich mich super und die Vorbereitungen vor dem Start waren richtig relaxed im Vergleich zu anderen Rennen.
Wir waren rechtzeitig am Start und konnten nach dem Startschuss ziemlich weit vorne das sehr hohe Tempo mitfahren. Katrin Schwing (GER) legte ein ordentliches Tempo vor und ich ließ sie ziehen, denn die Strecke war ja noch lang genug. Auf einer der ersten Abfahrten stürzte leider etliche Fahrer vor mir ein Rennteilnehmer und lag schwer verletzt am Boden. Es haben– Gott sei Dank – schon einige Fahrer angehalten, um zu helfen und so konnte ich vorbeifahren. Das Rennfieber erlosch daraufhin etwas und ich fuhr sehr vorsichtig weiter. Kurz vor Kilometer 20 konnte ich zu Katrin aufschließen und sie bei der ersten Labe dann auch hinter mir lassen. Danach war es ein sehr einsames, aufregendes, anstrengendes und zugleich schönes Rennen: Einsam stimmt nicht ganz, denn ich hatte eine Motorradeskorte, die immer vorausgefahren ist und mich auch davor bewahrt hat, dass ich mich verfahre. Ich hätte bei meinem Motorradfahrer auch Sonderwünsche frei gehabt, zum Beispiel hätte er mir den Abstand zur Zweiten gecheckt, aber zu dem Zeitpunkt habe ich darauf verzichtet, denn ich wollte mein eigenes Tempo fahren und mich nicht aus dem Rhythmus bringen lassen. Aufregend deshalb, weil die Abfahrten meinen ganzen Mut erfordert haben, den ich heute wirklich hatte. Ich konnte alle schwierigen Trails fahren, bis auf ein kurzes Stück auf der Abfahrt vom Geierkogel und dann auf der extrem schwierigen und langen Abfahrt vom Schöckl, nachdem ich vorne über den Lenker abgestiegen bin. Hier lief ich kurz, bis ich mich wieder auf das Bike schwingen konnte. Es war wirklich ein sehr schönes Rennen auf einer abwechslungsreichen Strecke, mit extrem schwierigen Abfahrten bis zum Schluss. Der bewegendste Augenblick war sicher die Zieleinfahrt mit der Österreichfahne, die mir der Organisator, Jürgen Pail, gereicht hat. Mit 5:00:16 Stunden war ich überhaupt die erste im Ziel und erst 2 Minuten nach mir kam der ersten Mann und die 2. Dame aus Italien. Meine Freude war aber noch nicht vollständig, da ja Alex noch auf der Strecke war …

Alex: Der Tage begann zwar mit schönem Wetter, aber ich fühlte mich nicht sehr gut. Nach einer schlechten Nacht mit Halsweh und einer verstopften Nase spürte ich beim Einfahren auch noch, dass mein linker Oberschenkel etwas verhärtet ist und ich nicht richtig Druck auf das Pedal bringe. Dennoch freute ich mich auf das Rennen, denn wir sind hier noch nie gestartet und Sabine machte schon beim Einfahren einen sehr starken Eindruck. Leider ging für mich an diesem Tag ziemlich alles daneben. Bei der ersten Auffahrt blieb ich schon bei der ersten Wurzel hängen und kam nicht aus den Pedalen und lag schon das erste Mal auf der Böschung. Es war mir zwar nichts passiert, aber irgendwie war ich verunsichert. Nach dem ersten Berg waren Sabine und ich noch eng beieinander und im Flachstück zur ersten Labe gab ich ihr und ihrer deutschen Konkurrentin noch Windschatten, dann trennten sich unsere Wege, da ich auf die „Plesch“ rauf musste. Diese Auffahrt war mit einigen Singletrails sehr schwierig, da diese sehr rutschig waren. Leider fiel ich auch hier 2 Mal um, da ich nicht rechtzeitig aus den Pedalen kam. Da mir so etwas schon sehr lange Zeit nicht mehr passiert ist, war ich total verunsichert und fluchte auf die neuen XT Pedale, die ich wegen eines Defekts der Alten auf der Transalp erworben hatte. Leider hab ich diese anscheinend zu wenig getestet und auch nicht richtig eingestellt, denn ich hatte immer wieder Schwierigkeiten in die Pedale oder raus zu kommen. Bei der Abfahrt legte es mich auch nochmals hin, als ich auf einen Baum zu-rutschte und nicht mehr aus dem Pedal kam. Als ich dann bei Kilometer 50 (erst der Hälfte des Rennens) auch noch einen Krampf im linken Oberschenkel bekam, schaltete ich auf Durchkomm-Modus. Auf der schwierigen Auffahrt mir sehr grobem Schotter zum Schöckel ging mir auch noch das Trinken aus, da ich mich im Höhenprofil irrte und eine Verpflegungsstation sah, wo keine war. Oben am Schöckel angekommen, schnappte ich mir eine Trinkflasche Isogetränk und eine Trinkflasche Cola, welche ich sofort in einem Zug konsumierte. Leider begann während des Trinkens schon der fast brutale Downhill und so fuhr ich auch noch bei der Einfahrt in den Trail an einen Weidezaun an, denn mein Cola konnte ich nicht fallen lassen. Das war aber nicht der letzte Umfaller. Es kamen noch 2 oder 3 dazu und 9 Kilometer vor dem Ziel verlor ich auch noch Luft im Hinterreifen. Nach 2maligem Nachpumpen war er zwar wieder dicht dank der Kautschukmilch, aber nun war ich völlig verunsichert und fuhr sehr langsam die Trails hinab und schob sehr viele Stellen, die normal kein Problem sein sollten. Nach 6:26:54 erreichte ich dennoch das Ziel und freute mich, als mich Sabine als Europameisterin begrüßte. Damit war das Rennen dennoch ein voller Erfolg auch wenn ich mein Ziel unter 6 Stunden zu bleiben klar verfehlt habe. Aber nächstes Jahr starte ich einen neuen Versuch.

Ergebnisse: Ergebnislisten
Homepage Masters EM: Bike 09
Bildbericht Bikeboard: Stattegg 2011
Bildbericht Kleine Zeitung: Bericht Kleine Zeitung Stattegg 2011
Video mit Interview Sabine: Video Kleine Zeitung
Bildbericht Radmarathon.at: Radmarathon.at

3 Comments on “Marathon Masters EM 2011 – Graz-Stattegg

  1. Liebe Sabine!

    ganz herzliche Gratulation von Marco und mir zu Deinem Europameistertitel! Du bist eine würdige Siegerin und ich habe mich wirklich total gefreut, als ich von Deinem Triumph gehört habe!

    Schade, dass Alex ein bisschen vom Pech verfolgt war, aber Hauptsache, es ist nichts Ernstes passiert! Und Dein Erfolg hat das sicher wettgemacht. Marco ist die EM Strecke letztes Jahr gefahren und ihm ist sie auch sehr schwer und gefährlich vorgekommen.

    Wir sehen uns nächste Woche in St.Georgen am Walde.
    Ich werde mich an die lange Strecke wagen, auch wenn es sicher sehr hart wird! Aber ich finde, dass man das unterstützen muss, wenn es schon mal Preisgeld auch für Damen gibt! Aber schaut ja nicht schlecht aus, 5 sind schon angemeldet!

    Liebe Grüße aus Wien
    Marco und Margit

  2. Liebe Sabine!

    Herzlichen Glückwunsch zu Deiner tollen Leistung und dem Gewinn der Masters EM! Das ist wirklich ein super Erfolg, den Du Dir verdient hast. Ich habe mich total für Dich gefreut.

    Schade, dass es Alex nicht ganz so gut gegangen ist, aber Deine Leistung hat das sicher wettgemacht! Marco ist letztes Jahr die EM Strecke gefahren und hat sie auch als sehr schwer und gefährlich empfunden.

    Wir sehen uns nächstes Wochenende in ST.Georgen. Ich werde mich auch an die lange wagen, auch wenn die schon ganz hart sein wird für mich. Aber wenns schon mal Preisgeld gibt für die Damen, dann muss man das unterstützen, dass zumindest 5 im Ziel sind. Im Moment schaut es ja gar nicht schlecht aus!

    Lg
    Margit & Marco

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