Salzkammergut Trophy 2012 – Bad Goisner

Samstag 14. Juli 2012 – it’s trophy time! Unglaublich, aber wir waren erst zum 2. Mal am Start des größten Österreichischen Marathon Events, der Salzkammergut Trophy in Bad Goisern. Heuer fand dieses Mega Event schon zum 15. Mal statt und laut Veranstalter nehmen an den 6 verschiedenen Marathon-Strecken, den Kinderrennen, Einrad und Hillclimb am Sonntag über 4500 Teilnehmer teil. Nachdem 2009 das Wetter extrem schlecht war und damals nur Sabine die 50 Kilometer Strecke (als 3.) beenden konnte, weil die B-Distanz mit 119 Kilometer wegen Schneefall abgebrochen wurde, wagten wir uns beide dieses mal auf die B-Distanz mit 119 km und 3848 hm. Der Wetterbericht war wieder alles andere als positiv, aber zumindest Schnee sollte es heuer keinen geben. Dieses Mal waren auch unsere beiden Töchter mit und versuchten sich am Kinderrennen und als Aufpasser während wir unsere Rennen fuhren, waren Tante und Onkel mitgekommen.

Sabine:
Etwas verärgert standen wir uns nun schon eine halbe Stunde die Beine in den Bauch, ehe sich im vordersten Startblock die ersten Elitefahrerinnen und –fahrer anstellten, denn Alex und ich hatten eine 500er Nummer, mit der man nur in den 2. Block durfte, also haben wir uns schon um 8:15 reinstellen müssen. Gestern hätten wir noch intervenieren können, aber nun war es zu spät, da ich meine Lizenzkarte natürlich nicht mit am Start hatte. Schließlich schob ich alle negativen Gedanken beiseite, weil wir bestens vorbereitet waren und gestern sogar noch kurz radeln konnten, da Christoph und Cornelia (DANKE!) doch früher im Salzkammergut ankamen, um auf unsere Kinder aufzupassen.
Nach dem Start gings sofort in einen Asphaltanstieg, auf dem die amtierende Staatsmeisterin Verena Krenslehner ein gewaltiges Tempo machte. Ich wollte nicht den Fehler vom letzten Rennen (KitzAlpBike) machen und zu verhalten fahren und ging mit. Auch Christina Verhas und Barbara Kaltenhauser waren ihr bis Kilometer 5 auf den Fersen, bis sie zurückfielen. Nach weiteren 2 km reduzierte auch ich das Tempo und freute mich schon auf die kommende Fully-Passage , da ich die Strecke letzte Woche auf unserer Sportwoche (mit einem „Super-Leih-Bike“ – Marke extra schwer inklusive Geräuschkulisse und Schaltgeplänkel) bereits ein Stückchen abgefahren bin. Aber ich hatte mich zu früh gefreut, denn zwei Fahrer vor mit rutschte ein Fahrer auf einer schmalen Brücke aus und meine Aufholjagd wurde gebremst. Erst am Ende der ersten Abfahrt konnte ich wieder zu Verena aufschließen und mit ihr bis zur 1. Labe fahren. Dort wurde sie von einem anderen Fahrer ausgebremst und so fuhr ich alleine weiter, rauf zur Hütteneckalm und die hohe Wand runter, alles recht gut. Auf der Flachpassage entlang des Hallstätter Sees hatte ich zwei Tschechen vor mir, die irgendwie komisch fuhren und es wurde auch nicht besser, als weitere Fahrer von hinten aufschlossen. Mehrmals musste ich ein Loch zufahren, das Tempo wechselte ständig, es war sehr mühsam. Ich war dann froh, als es endlich wieder bergauf ging und ich fuhr den Salzberg recht zügig hoch, schob nur drei kurze Passagen und verpflegte mich zu wenig. Die Rechnung bekam ich dann rauf zur Roßalm präsentiert, als mir schon fast schwindlig wurde. Als ich in meine Rückentasche griff, war ich entsetzt, wie viele Gels ich noch hatte. Also erstes Gel rein, dann noch eins und ich wartete schon darauf, dass mich alle der Reihe nach überholen würden, denn ich kam mir irrsinnig langsam vor. Aber es kam kein einziger, nur der Regen mit seinem Begleiter, der Kälte. Erst zwischen Kilometer 80 und 90 nach dem Gosausee überholte mich Barbara Kaltenhauser. Ich konnte nicht mitgehen, nichts, besser gesagt nur wenig ging mehr. Ich blieb nicht einmal stehen, um mir etwas anzuziehen, denn es bestand die Gefahr, dass ich dann nicht mehr aufgestiegen wäre. Zwischendurch habe ich zwar überlegt aufzuhören, aber dann wurde zumindest mein Kampfgeist noch geweckt und der brachte mich irgendwie ins Ziel. Es waren sehr lange, harte und auch einsame 30 km bis ich es endlich nach 6:25:36 Stunden geschafft hatte. Ich war dann positiv überrascht, dass ich nur 4 Minuten Rückstand hatte und in der Gesamtwertung 71. von über 1000 Startern wurde, wieder ohne Betreuung oder sonstige Unterstützung, immer mit etwas Stress vor dem Rennen. Nach dem Rennen kam das lange Frieren, da wir auch vor Ort eiskalt geduscht haben (ins Hotel ging es sich nicht mehr aus, außerdem waren unsere Kinder auch schon da). 2 Stunden nach dem Rennen hörten dann die Hände zu zittern auf und bekamen unsere Lippen wieder die richtige Farbe.

Alex:
Nach mehr als 4 wöchiger unfreiwilliger Rennpause wegen meines Sturzes, war ich schon sehr gespannt, wie das Rennen werden wird. Im Gegensatz zum Kitzalp verliefen die Vorbereitungen dieses mal wie am Schnürchen und wir holten uns schon am Vortag die Startnummern ab. Am Renntag selbst waren wir schon sehr früh in Bad Goisern und bekamen einen guten Parkplatz. Es hatte in der Nacht geregnet, aber beim Start war es zwar kühl aber trocken. Nach dem kurzen neutralisierten Start ging es gleich mit dem ersten 850 Höhenmeter Anstieg auf den Raschberg und ich konnte mich in den Top 35 halten. Im Gegensatz zu den anderen Rennen, fuhr ich jedoch nicht voll sondern etwas dosiert. Einerseits, weil es heuer das erste ganz lange Rennen war und andererseits, weil ich durch die Pause etwas verunsichert war. Dennoch ging es mir am ersten Berg sehr gut und auch rauf zur Hütteneckalm fühlte ich mich gut, drosselte das Tempo aber noch etwas.
Die erste Abfahrt, war leider wie erwartet etwas schwierig. Ich fuhr sehr vorsichtig und verlor einige Plätze. Vor allem die schnellen Schotterpassagen (und da gibts bei der Trophy viele) waren mir etwas unangenehm. Auf den wenigen Trails ging es ganz gut, vor allem nach der ewigen Wand machte es mit dem 29’er Spark auf den technischeren Passagen wirklich Spass, auch wenn es sehr nass und rutschig war. Nach einigen Stiegenpassagen fuhren wir in einer größeren Gruppe und nahmen die ca. 20 Kilometer Flachpassage neben der Traun und dem Hallstätter See in Angriff. Da ich die Strecke nicht kannte, war mir nicht bewusst, dass es hier ein paar Winkel und Ecken im Cross-Country Stil gibt. Leider verlor ich in so einer Passage den Anschluss und konnte erst nach 13 Kilometern alleine im Wind wieder die Gruppe einfangen. Das hat mir viele Körner gekostet und so kam ich als letzter der Gruppe zum berühchtigten Salzberg, von dem ich schon viele Schauergeschichten gehört hatte. Und wirklich es ging in einigen Kehren mit immer über 15% Steigung hinauf und als diese schmalen Schotter-Serpentinen hinter uns waren, kam eine steile Wiesenrampe mit tiefem Boden. Ich kämpfte mich rauf, um dann auf Ashpalt die letzten Höhenmeter mit 30% Steigung in Angriff zu nehmen. Das war also dieses berüchtigte Stück. Hier musste ich vom Rad und konnte mit den Radschuhen fast nicht bergauf gehen, weil ich immer am Asphalt wegrutschte.
Bei diesem 2. langen Anstieg auf die Roßalm ging es mir nicht mehr gut, ich konnte nicht meine normalen Pulswerte erreichen und brachte auch nicht genügend Druck aufs Pedal, als sich bei Kilometer 65 auch noch ein Krampf und ein kleiner Hungerast einschlich, musste ich nochmals das Tempo reduzieren und verlor wieder 2-3 Plätze. Ich hatte leider einen Anfängerfehler gemacht und zu wenig Gels genommen, also 2 in kurzen Abständen und endlich erreichte ich den höchsten Punkt des Rennens ca. bei Kilometer 70 und in der Abfahrt konnte ich mich etwas erholen. Leider setzte dann auch noch Regen ein und so „bummelte“ ich die schnellen Abfahrten wieder bergab.
Beim letzten größeren Anstieg nach dem Gosausee ging es mir von der Kraft wieder besser und auch der Krampf war weg, Puls ging wieder etwas nach oben, nur die Kälte machte mir extrem zu schaffen. Aber ich konnte wieder 2 oder 3 Fahrer überholen und auch bergab wurde es in diesem welligen Teil immer besser. Kurz vor dem Ziel mündeten wir wieder in eine Cross Country Strecke und hier gab es einige Staus mit Fahrern von kürzeren Strecken. Nach 6:10:03 Stunden erreichte ich das Ziel als gesamt 43. und 13. meiner Altersklasse. Vor meinem Sturz wäre ich mit diesem Ergebnis nicht zufrieden gewesen. Eine Fahrzeit unter 6 Stunden sollte möglich sein, aber da mein oberstes Ziel diesesmal war, das Rennen gesund zu beenden, um wieder Sicherheit zu bekommen, war ich ganz zufrieden.
Heute ärgere ich mich schon ein wenig, denn wenn ich mit einer anderen Einstellung in das Rennen gegangen wäre, hätte ich vermutlich viel weiter vorne sein können. Der 3. Platz in meiner Altersklasse wäre möglich gewesen. Aber das nächste Rennen kommt – M3 Marathon Montafon mit 120 Kilometer und 4200 Höhenmeter.
Danke nochmals an Cornelia und Christoph für das Begleiten und Versorgen der Kinder, damit konnten Nicole und Clara auch beim Rennen „dabei“ sein und selbst am Kinderrennen teilnehmen.

Links zum Rennen:
Homepage Veranstalter
Bericht Bikeboard
Bericht Radmarathon.at
Ergebnisse Bad Goisern

Bilder vom Rennen:

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