Salzkammerguttrophy 2014 – Bad Goisern

Wie in den letzten beiden Jahren waren wir auch dieses Mal am 12. und 13. Juli beim teilnehmerstärksten Marathon Österreichs dabei: der Salzkammergut-Trophy.
Da heuer wieder mehr Starter gemeldet waren, war die Quartiersuche wieder einmal nicht so einfach, aber wir hatten schon im Februar zwei Zimmer in der Jutel Obertraun reserviert. Dieses Mal waren Opa und Oma mitgereist und waren uns eine große Unterstützung und ermöglichten es unseren beiden jungen Damen am Samstag die Salzwelten zu besuchen, was ihnen riesigen Spaß machte. Vor allem aber hatten sie eine weniger anstrengende und nasse Auffahrt auf den Salzberg.
Da heuer die Masters EM bei der Trophy ausgetragen wurde, fuhren wir (Sabine und Alex) verschiedene Strecken mit verschiedenen Startzeiten und Startorten.

Sabine:
Als ich morgens aus dem Fenster sah, schluckte ich erst mal, da ich überhaupt nicht erwartet hatte, dass es jetzt schon regnen würde. Ich beschloss rechtzeitig einzufahren, damit ich mich eventuell noch umziehen kann. Zuvor hatte ich noch einen kleinen Kampf mit der Pumpe, die dann komplett den Geist aufgab. Gott sei Dank waren einige Herren in unserer Unterkunft zu früh dran und auch bereits im Schikeller, so dass sie mir ihre Pumpe leihen konnten. Ich fuhr ein paar Mal den Startanstieg hoch, zog mich um, steckte mir die Regenjacke ein und stellte mich zum Start, wo sich der Regen gerade etwas beruhigte. Die stärksten Konkurrentinnen heute würden Verena Krenslehner-Schmid und Petra Marchart-Robeischl sein, die restlichen 73 Fahrerinnen konnte ich nicht einschätzen.
Gleich nach dem Startschuss setzten wir drei uns an die Spitze. Als es durch den Cross-Country-Kurs ging (kaum 100 Höhenmeter rauf und runter), verschärfte ich das Tempo, um zu sehen, wie es heute gehen wird. Die Beine waren locker, der Puls hoch, das Rennen konnte also beginnen. Leider kam noch das Flachstück, wo ich mich nicht zu einer Soloflucht entscheiden konnte und somit in einer 5-Frau-Gruppe blieb. Endlich ging es den Salzberg rauf und ich war nicht gerade in einer optimalen Position, was aber egal war, denn der Anstieg war ja noch lang und schön steil. Ich hatte ein gutes Gefühl, nur der linke Oberschenkel wirkte etwas verspannt und so sparte ich mit meinen Kräften, denn ich wusste nicht, wie es mir mit dem 32er Blatt bei 30% gehen wird. Mittlerweile konnte ich wieder die Führung übernehmen und ein paar Meter Vorsprung herausfahren. Weiter ging es auf einer Wiese rauf zum Knappenhaus, wo ich eine kurze rutschige Passage schieben musste. Genau hier beim Knappenhaus wartete eine schöne Überraschung auf mich: Meine Töchter, Oma und Opa feuerten mich an. Der restliche Anstieg am Salzberg war für mich dann super zu fahren, da hätte ich mich geärgert, wenn wir das Blatt gewechselt hätten.
Es folgte eine kurze Abfahrt und der 700 Höhenmeter-Anstieg auf die Roßalm. Ich war mittlerweile mit dem Führungsmotorrad alleine unterwegs und sah Petra erst wieder am Ende des Anstiegs. Hier war die Kombination 32er Blatt und Thunder Bird (Reifen) nicht optimal, da ich zweimal wegrutschte, aber sonst ging es ganz gut und ich war ja gleich oben. Bergab lief es nach Wunsch, ich fuhr flott aber nicht volles Risiko, da es gerade wieder ziemlich stark regnete. Am Beginn des dritten und letzten langen Anstiegs war mir dann eiskalt und bei den ersten Metern bergauf spürte ich es auch in den Beinen, vor allem der linke Oberschenkel war beleidigt. Ich brauchte den halben Anstieg, um wieder halbwegs Druck auf die Pedale bringen zu können. Am Ende des Anstiegs kamen einige langgezogene Kurven, in denen ich Petra von hinten kommen sah. Ich konzentrierte mich aber auf meine Fahrt, fuhr gleichmäßig weiter und hatte auch in der letzten Schotterabfahrt keine Probleme.
Die restlichen 20 km standen mir noch bevor und auf dem Höhenprofil schaut es nicht so schlimm aus, aber wenn man auf diesem Streckenabschnitt alleine unterwegs ist, heißt das kurbeln, kurbeln, kurbeln. Nach Gosau folgte noch ein letzter 100 Höhenmeter Anstieg auf Schotter, der letztes Jahr wegen Unwetterschäden nicht befahrbar war. Ich mobilisierte meine Reserven für diesen finalen Uphill und strampelte mit voller Kraft dem Ziel entgegen. Nach 3:43:58 Stunden fuhr ich als Gesamtsiegerin und Masters Europameisterin W40 über die Ziellinie.
Alex:
Nachdem es am Anreisetag nur geregnet hat und der Wetterbericht aber nur vereinzelte Schauer für Samstag voraussagte, war ich guter Hoffnung zumindest trocken zu starten und es war auch noch kurz trocken, als ich um 7:45 in Obertraun ins Auto stieg. Da Sabine die Damen EM Strecke fuhr, starteten wir heute getrennt und ich fuhr mit dem Auto nach Bad Goisern zu meinem Start. 3 Kilometer vor Goisern fing es an, wie aus Kübel zu schütten. Ich zog mich im Auto komplett an zum Einfahren mit Regenmontur und war dennoch schon schön durchgeweicht am Start. Ich durfte wie auch letztes Jahr in den ersten Startblock und konnte mich am ersten Berg sehr weit vorne halten. Bei der ersten Abfahrt verlor ich ein, zwei Plätze, aber es ging mir heute nicht so schlecht bei den Abfahrten. Leider kühlte ich sehr stark aus und konnte am 2. Berg nicht mehr im selben Leistungsbereich wie den ersten Berg fahren. Bei der Abfahrt war es auch sehr, sehr kalt und der Regen tat sein übriges. Ich zitterte mich durch die ewige Wand und die Trails hinab und verlor einige Plätze. Endlich unten angelangt, wollte ich eigentlich das Rennen aufgeben, aber da Helmut Puchwein mit einer Flasche am Salzberg wartete, fuhr ich noch weiter, aber die Motivation war etwas dahin. Zu allem Überdruss rutschte ich auch noch auf einer Wurzel neben der Salzach aus, weil ein „Zivilist“ in der Idealspur entgegen kam. Dabei wurde auch noch mein Radcomputer zerstört. In Obertraun hörte der Regen auf und es wurde etwas wärmer. Helmut reichte mir eine neue Flasche und ich konnte mich doch noch motivieren weiter zu fahren. Und auf einmal lief es wieder. Mit jedem Höhenmeter wurde das Wetter besser und mir wärmer. Danach konnte ich am Salzberg einige Fahrer überholen. Bei der Abfahrt zum Gosausee noch eine Schrecksekunde: Bei einem Überholmanöver schwenkte die langsame Fahrerin von der C-Strecke vor mir und ich musste ausweichen und ein Stein löste meinen Schnellspanner am Hinterrad. Der Mantel schleifte am Rahmen und ich musste kurz stehenbleiben und verlor wieder einige Sekunden. Aber ich war wieder voll im Rennfieber und konnte noch einige Plätze bis zum Ziel gutmachen. Trotz des schlechten Wetters war ich um 1,5 Minuten schneller als im letzten Jahr und konnte die 120 km und 3848 hm in 5:58:08 Stunden als 8. (und 2. Bester Österreicher) meiner EM Klasse beenden. In der Gesamtwertung belegte ich den Rang 25.

Nicole:
Auch die Kinder waren am Sonntag in Bad Goisern bei der Junior Trophy im Einsatz. Wie immer waren sehr viele Kinder am Start, aber wegen des Regenwetters nicht ganz so viele wie im Vorjahr. Bei Nicole regnete es leider sehr stark, aber sie konnte sich dennoch von Begin an in Führung setzen. Leider mussten heuer die Mädchen eine Minute nach den Burschen starten und so fuhr sie sehr schnell auf die langsameren Buben auf. Es bildete sich bei der einzigen technischen Passage, dem Schotterdownhill durch den Tunnel zum Spielplatz ein Stau und im Tunnel wollte sie einen Buben überholen. Der verriss aber den Lenker und so kamen beide zu Sturz. Mit aufgeschlagenen Knien kämpfte sie aber tapfer weiter und gewann dennoch ihre Altersklasse. Insgesamt waren 25 Mädchen aus Deutschland, Tschechien und Österreich in der U9 am Start.
Clara:
Bisher fuhr Clara in Goisern immer die einfachen kurzen Kurse direkt im Ort, heuer in der U13 ging es jedoch richtig zur Sache. Es galt 2 lange Schleifen zu je 3,2 Kilometer mit einem langen Anstieg und zwei schwierigen Singletrails zu meistern. Als Mutprobe galt es auch noch eine Treppe unter der Bundesstraße durch zu überwältigen. Durch den Regen waren die beiden Downhill Passagen sehr schwierig zu fahren und auch die Stiege war besser schiebend zu bewältigen. Clara erwischte einen super Start und fuhr den ersten Teil des Kurses an 3. Position. Beim langen Anstieg wurde sie aber von drei Fahrerinnen überholt, kämpfte aber toll weiter und musste nur mehr bei der letzten Abfahrt eine Fahrerin passieren lassen. Sie erreichte den 7. Platz von 16 Mädchen aus 4 Nationen und kann wirklich stolz sein. Es geht von Rennen zu Rennen besser.

Ergebnisse Trophy 2014 Masters EM AK und Masters EM D/H
Homepage Trophy 2014
Bericht Junior Trophy – Nicole am Titelbild
Bikeboard Bericht Trophy 2014
Bericht Rundschau
Trophy Page Masters EM – Sabine Titelbild

Bilder vom Rennen:

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