Transalp 2011 – Etappe 7

22. Juli 2011 – Etappe 7 – 122 km, 2598 Höhenmeter, Rang 7: Auch heute hatten wir wieder Wetterglück und keines der angesagten Gewitter erwischte uns. Wir fuhren bei tollen Bedingungen eine sehr lange Etappe, mit fast 50% Asphalt und einem 30 Kilometer Flachstück, das eher ans Rennradln erinnert. Es gab eigentlich nur einen richtigen Berg mit einem 900 Meter Anstieg und einen kleinen Berg mit 350 Höhenmeter. Aber es war heute ein richtig heißes Rennen zwischen uns und dem Craft Team und dadurch war sogar das Flachstück nicht so schlimm.
Um 9 Uhr war der Start in San Martino und wie immer fuhren wir zuerst neutralisiert durch den Ort. Wir konnten wieder unsere Windjacken und 2 Flaschen an Herrn Conter übergeben und standen dann erstmals mit dem Team Craft im Startblock A. Wir sind gesamt 9. und sie 10. Unsere Taktik sah vor, dass wir am Start gleich ordentlich Gas geben, da es nur ganz kurz bergauf ging und dann 500 Höhenmeter über schnelle Forstwege flach bergab, die aber dann in Singletrails münden und da waren Staus vorprogrammiert. So schafften wir es eigentlich fast staufrei und vor dem Team Craft durchzukommen. Aber wir wussten nicht wie weit sie hinter uns liegen. Leider gab es wieder einige Stürze auf den schnellen, aber eigentlich super zu fahrenden Abfahrten, wir kamen aber sehr gut durch. Dann nach 20 km ein Schock beim Rad von mir (Alex): Es quietschte, wie wenn alle Lager kaputt sind. Nachdem ich alle Komponenten gecheckt hatte, fand ich heraus, dass es das linke Pedal ist. Es ließ sich schon vorher nicht mehr drehen und jetzt war es festgefahren – Lagerschaden. Ich fuhr mit „starrem“ Fuß und Quietschen weiter und dachte schon es geht nicht mehr. Aber nachdem ich mit einigem Kraftaufwand ein paar Mal das Pedal versucht habe zu drehen, bewegte es sich zumindest soviel, dass ich fahren konnte und durch das Quietschen wusste zumindest Sabine immer, wo ich war.
Nach ca. 35 Kilometer und einem ewigen Auf und Ab mit einigen coolen Single-Trails, begann der 20 Kilometer lange Anstieg auf den Passo Cinque Croci. Dieser Anstieg war recht flach, mit meistens um die 6-8 Prozent und eigentlich nicht das Ideale für uns. Aber wir fuhren eigentlich recht flott dahin, bis wir aufeinmal 200 Höhenmeter vor dem Gipfel in einer Kehre das Team Craft hinter uns sahen. Jetzt begann das Rennen erst richtig. Wir forcierten das Tempo, aber am flachen Gipfel Plateu waren sie hinter uns.
Der Mann des Teams, sagt zu uns wir sollten doch gemeinsam Gas geben, damit uns das Team Tirol nicht mehr einholt. Wir sagten zwar, die sind sehr stark, aber gaben dennoch voll Gas. Vor allem aber damit wir vor ihnen in die Abfahrt gehen konnten, denn da waren wir stärker. Und richtig, auf der Abfahrt konnten wir sie deutlich hinter uns lassen und nach einigen Kehren waren sie nicht mehr zu sehen. Vor allem am steilen unteren Asphaltteil fuhren wir eine super Linie und konnten einige Männer hinter uns lassen und schlossen zu einer größeren Gruppe Herren auf. Was für das folgende Flachstück wichtig war.
Wir fuhren in einer kleineren Gruppe recht gut im Flachstück mit und wir mussten auch nicht allzuviel Führungsarbeit machen. Aber es dauerte nicht lange, da kam von hinten eine andere Gruppe und da war auch das Craft Team mit dabei. Diese große Gruppe funktionierte ganz gut und wir fuhren mit 36-40 km/h am Radweg dahin. Für die drei Damen (eine norwegische Einzelfaherin war noch dabei) in der Gruppe bedeutete das aber auch im Windschatten Schwerstarbeit, denn es gibt dauernd enge Kurven und danach wird immer voll angetreten. Wir hielten uns eher am Schluss der Gruppe auf, aber immer vor dem Team Craft und nahmen uns vor, am letzten Anstieg nochmals zu attackieren und unbedingt vor ihnen in die Schlussabfahrt zu gehen. Am Fuße des 350 Meter Anstieges waren sie direkt hinter uns, dann in der ersten engen Passage attackierten wir. Sabine fuhr ihre Eisenhand aus, klammert sich an meine Satteltasche und wir traten in die Pedale, dass sich die Rahmen bogen. Nur bei der „Ziehtechnik“ kann der stärkere Partner alle Kraft in die Pedale bringen, aber der sich anhaltende Partner muss sehr gut Radfahren können und auch einiges an Kraft in der Hand mit bringen. Wir konnten uns Meter für Meter absetzen und überholten auch ein Herrenteam nach dem anderen von unserer Gruppe. Wir fuhren wirklich mit 100% den Berg hoch und schossen in die letzte Abfahrt.
Wir erreichten das Ziel nach 5:06.03 Stunden und belegten den Tagesrang 7 und 1:09 Minuten vor dem Craft Team, die noch fertiger im Ziel waren wie wir.
Morgen gehts in das letzte Teilstück und wir werden nochmals alles geben und freuen uns schon auf den Garda See.

One Comment on “Transalp 2011 – Etappe 7

  1. gratulation zu rang 6 !!!
    in riva mit nur 4:59 rückstand anzukommen ist eine meisterleistung.
    jetzt habt ihr euch eine dicke pizza und ein gutes schluckerl verdient.
    ich freue mich für euch,
    wolfgang von der stelvia

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