Transalp 2011 – Etappe 8

23. Juli 2011 – Etappe 8 – 75 km, 2162 Höhenmeter, Rang 6: Heute stand die letzte Etappe am Programm. Von Trento über den bekannten Monto Bondone und einige Umwege nach Riva. Leider stand wieder Regen am Programm, aber heute ging es nur auf 1000 Meter Seehöhe und es war nicht zu kalt. Schon bei der Startaufstellung war eine ausgelassene Stimmung zu spüren und jeder war froh, dass er sich nur noch einmal quälen muss.
Nach dem neutralisierten Start durch Trento ging es gleich zur Sache und wir bogen von einer breiten steilen Straße in eine noch steilere schmale Straße ab. Gut, dass wir im Startblock A standen und gleich Tempo machten, so hielt sich unser Stau in Grenzen. Für uns gab es heute nur Vollgas über jeden Berg und Hügel und dosiertes Risiko in den Abfahrten. Das schlimmste, das einem passieren kann, ist ein Sturz in der letzten Etappe oder letzten Abfahrt.
Die heutige Strecke sollte uns zumindest die ersten 50 Kilometer liegen, da es hier einige technische, steile Anstiege und Abfahrten gibt. Da es regnete waren die ersten 40 Kilometer wirklich sehr ansprungsvoll. Die typischen Garda Trails mit ihren schmalen Wegen, grobem Schotter, großen Steinen und wurzeligen Abschnitten waren sehr rutschig, aber wir kamen damit bestens zurecht. Bereits am ersten Anstieg und den danach folgenden Singletrails konnten wir uns von den in unserer Reichweite liegenden Mixed-Teams absetzen. Vom Team Craft war nichts zu sehen und wir lagen auch vor dem orangen R2Bike.de Team, dem Team Tirol und dem Haibike Karwendelteam.
Nach der längsten Abfahrt des Tages in Terlago und kurz vor dem 500 Meter Anstieg zum Lago di Lamar, wartete wieder Herr Conter mit 2 Flaschen und so konnten wir auch in diesem Abschnitt voll attakieren. Bei der Abfahrt zum Lago di Lamar hatte ich dann eine Schrecksekunde: Ein sehr tief hängender Ast, versperrte den Trail und ich sah wie Sabine sich ganz klein machte und akrobatisch hindurchtauchte. Für ein Bremsmanöver war es schon zu spät und hinter mir war ein Herren-Team, die eher zu den schlechteren Abfahrern zählten und die wollte ich nicht vorbei lassen, also versucht ich meiner Frau die Einlage nachzumachen. Leider schaffte ich es nicht ganz und rammte mit dem Helm den Ast, aber ich blieb nicht hängen. Nur ein einzelnes Blatt hing anscheinend im Helm und etwas später bei einer nassen Wurzelsektion, rutschte es vom Helm genau zwischen mein rechtes Auge und der Brille. Im Blindflug holperte ich über die Wurzeln und hatte Glück nicht aus der Bahn geworfen zu werden.
Nach dem Lago folgte eine Schiebepassage und bisher waren die heuer nicht so unsere Stärken, aber Sabine stürmte voraus und ich mit den beiden Rädern hinterher. Die nachfolgende Trail Sektion war sehr technisch und ich hatte Mühe Sabine zu folgen. Sie flog förmlich über die nassen Steine und in die engen Kurven und die Männer staunten nur so. Bei Kilometer 40 folgte der letzte längere Anstieg über eine in den Fels gesprengt Straße. Wir fuhren auf Anschlag in den Berg und konnten einige Männer-Teams überholen. Hinter uns war kein Mixed Team zu sehen, aber wir kämpften weiter. Nach einer rasanten Abfahrt ging es auf die letzten 25 flachen Kilometer Richtung Riva. Machte zuerst ich das Tempo und einige Männer-Teams hingen in unserem Windschatten, fuhren dann doch auch einige von ihnen öfter mal vorne weg. Wir waren gerade am Ende der Gruppe, als sich wieder mal bewahrheitete, dass sehr viele Mountainbiker nicht Windschatten fahren können. Genau vor Sabine touchierten sich 2 Fahrer vom selben Team und damit brachten sie Sabine zu einer Vollbremsung und zu einem Wutausbruch, deren Worte man hier nicht öffentlich kundtun kann. Aber natürlich war der Zug dieser Gruppe abgefahren. Wenn eine Männergruppe mit ca. 40 km/h im Flachen dahinbraust, ist es schon sehr schwer für die Damen sich im Windschatten zu halten und nach einem Stillstand wieder aufzuschließen ist unmöglich. Also nahmen wir beide alleine das Tempo wieder auf. Ich fuhr, was die Beine hergaben und Sabine hielt sich tapfer im Windschatten. Ungefähr 7 Kilometer vor dem Ziel schloß noch eine andere Gruppe zu uns auf, in der sich auch Gerhard Steinberg befand, der als Solist unterwegs war, da sein Partner erkrankte. Mit dieser Gruppe rollten wir dem Ziel entgegen und erlangten mit 3:55.07 und Tagesrang 6 unsere beste Etappen Platzierung. Im Gesamtklassement belegten wir den 9. Rang und konnten damit unser Ziel in die Top 10 zu fahren erreichen.
Das Craft-Rockymountain Team, dass uns zwischenzeitlich bis auf 50 Sekunden nahe gekommen war, hielten wir am Schluß mit 28 Minuten doch noch deutlich auf Distanz. Zum Team Tirol fehlten uns aber dennoch noch 16 Minuten auf den Gesamtrang 8. Auch die Tagesplatzierungen mit den Rängen: 9, 10, 12, 10, 10, 9, 7, 6 waren eigentlich recht gut. Leider verloren wir auf den beiden Kälteetappen über 40 Minuten auf das Team Tirol, sonst wäre es eventuell noch spannend geworden.
Nun ist auch unsere 2. Transalp zu Ende. Nächsten Jahr wird es sicher keine Transalp geben und ob wir überhaupt nochmals mitmachen, werden wir sehen…..

Danke an alle, die uns mit ihren Kommentaren und SMS’n unterstützt haben, ihr wart die beste Motiviation für uns!
Und natürlich Danke an unsere Oma’s, Opa’s, Tanten und Onkeln, die unsere beiden Prinzessinnen die 10 Tage lang umsorgt haben.

3 Comments on “Transalp 2011 – Etappe 8

  1. Hey Ihr 2, Ihr könnt wirklich stolz auf Eure Leistung sein! Ich finde es immer bewundernswert so neben Job und Familie ganz lässig – auch wenn es wahrscheinlich nicht immer lässig war 😉 – die Transalp zu bewältigen. Und dann nicht einfach so, sondern im Spitzenfeld! Chapeau!! Lg, Haui

  2. Danke, ja bei den Regen und Schnee-Etappen hatte wir unsere Motivationsschwierigkeiten, Aber meistens überwiegte das Rennfieber 🙂

  3. Hallo ihr beiden,
    nach kurzer Krankheit bin im im Leben zurück und werde euch dann ein paar geile Fotos von euch senden!

    cu
    Gerhard

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