Ironbike 2012 – Ischgl

Im Rahmen unseres Urlaubs reisten wir nach 8 Tagen Vorarlberg noch für 3 Tage nach Ischgl, um am Samstag, den 4. August 2012 am Ironbike teilzunehmen. Wir reisten also am Freitag über die Silvretta Hochalpenstraße an und Gott sei Dank wurde das Wetter immer besser. Die Vorhersage war auch nicht so schlecht, da die Gewitter erst am Nachmittag eintreffen sollten und es sollte nicht zu kalt werden, was beim Ironbike wichtig ist, denn auf der langen Distanz über 79 km und 3820 Höhenmeter liegt der höchste Punkt auf 2900 Meter! Wir waren zum ersten Mal bei diesem tollen Event und die Startliste weist die höchste Profi-Dichte aller Marathons in Österreich auf.

Sabine:
Die Vorbereitungen sind ganz gut gelaufen, nur dass die Kinder ausgerechnet wach wurden, als wir noch beim Frühstück saßen. Das war bereits am Vortag ein großes Thema gewesen, was sein würde, falls sie früher als in den letzten Tagen aufwachen sollten. Akkurat war es dann so und wir erhielten am Ende des Frühstücks einen Anruf vom Zimmer (wir haben ihnen vorsorglich ein Handy oben gelassen). Gut – heute mussten wir während wir uns herrichteten alles erklären und mitkommentieren, um ihre Fragen zu beantworten. Dann gingen sie mit den Großeltern zum Frühstück. Nach dem Einfahren waren wir nochmals kurz im Hotel ausziehen und Flaschen tauschen und Alex stand pünktlich in seinem Startblock, wurde aber nervös, weil alle eine Regenjacke mit hatten. Das ließ mir dann auch keine Ruhe und so radelte ich zurück zum Hotel, lief in den zweiten Stock, aber dort war niemand, zurück zur Rezeption, die war aber noch leer, bis ich im Keller unten jemanden fand und unsere Zimmerkarte bekam, wieder hinauf in den 2. Stock, retour und wieder zum Start. Es war bereits 10 Minuten vor Start und ich hatte jetzt schon einen Marathon hinter mir. Vollgepackt ging es dann los. Zuerst zwei kleine Berge und dann zwei große. Ich hatte alle Konkurrentinnen rund um mich: Verena Krenslehner, Katrin Schwing, Petra Marchart-Robeischl und auch Martina Deubler, die Profis zähle ich hier nicht mit – ich habe sowieso keine erkannt. Es ging mir relativ gut und ich konnte ein ordentliches Tempo auf den zwei kleinen Bergen fahren. Zurück in Ischgl sah ich Clara und Nicole mit Oma und Opa, die mich lautstark anfeuerten. Rauf zur Idalpe fuhr ich weiter flott aber dosiert und hatte Verena und Martina in Schlagweite. In der technischen Zone gab ich Clara meine Regenjacke, was sie sehr gefreut hat. 1 km vor der Streckenteilung überholte ich Martina und erfuhr, dass jeweils nur 2 Damen links und rechts abgebogen sind. Wow, es lief super. Dann wurde es sehr steil rauf zur Greitspitze und im abschließenden Schiebestück überholte mich Petra und vergrößerte im anschließenden Trail, der zuerst bergauf führte, über einen Kamm verlief und gefährlich schmal wurde, ihren Abstand. Ich fühlte mich hier nicht sehr wohl und als es auf dem Trail bergab ging, fuhr ich viel zu verkrampft. Danach folgte Schotter, was für mich nicht viel besser war. Endlich waren wir unten und im Flachen konnte ich fast wieder zu Petra aufschließen. Leider folgte nun der 7 km lange sehr steile Anstieg auf den Palinkopf. Auch Alex sah ich weit vor mir, der sich raufkämpfte, ich befürchtete, dass sein Bike einen Defekt hatte. Nach jeder Rampe hat sich mein Rückstand vergrößert und so hatte ich oben schon ein paar Minuten auf Petra aufgerissen, die ich auf der abschließenden Schotterabfahrt nicht mehr aufholen konnte. Auf dieser überholte mich auch noch eine Schweizerin, allerdings ohne Lizenz, so dass ich als Vierte mit einer Zeit von 5:24 h ins Ziel kam. Die Zeit ist OK, allerdings wäre noch mehr drinnen gewesen, denn das Fully war absolut kein Vorteil, im Steilen ist es nur ein Nachteil, auf schnellen Schotterabfahrten macht es keinen Unterschied und die 5 km Trail spielen eine zu kleine Rolle. Bereits im ersten Teil des Rennens überholte mich bergab zweimal eine junge Fahrerin (von der mittleren Strecke), wo ich merkte, dass die runter alle weit mehr gasen als ich. Entweder lief es bergab an diesem Tag nicht so gut, oder die anderen Fahrerinnen sind hier deutlich besser als ich. Was soll´s. Ich habe mein bestes gegeben, bin sturz- und defektfrei ins Ziel gekommen. Die Kombination Urlaub und Rennen hat sich irgendwie nicht bewährt, man hat noch mehr schlechtes Gewissen als zu Hause und damit hat man den Kopf nicht frei und das bräuchte man aber auf solchen Strecken, wo man quälen können muss.

Alex:
Ich fühlte mich wesentlich besser als beim M3 am Morgen des Rennens, auch wenn ich am Vortag beim Bremsbeläge wechseln, das Vorderrad nicht mehr ganz schleiffrei bekommen hatte. Ich nahm mir vor bei den ersten Abfahrten möglichst viel vorne zu bremsen, um schnell Belag zu verlieren. Da aber das Streckenprofil eh nur aus 2 kleinen Hügeln mit zusammen 750 Höhenmetern besteht und die restlichen 3000 auf 2 Berge verteilt sind, sollte das gut passen.
Da der Start um 8:30 erfolgt, machten wir uns gegen 8 Uhr auf um uns anzustellen. In Ischgl gibt es nur 3 Startblöcke, im ersten stehen die Profis, im 2. die „normalen“ Lizenzfahrer und Vorjahres Podest-Fahrer aller Klassen und einige geladene Fahrer und dann der Rest. Ich bekam einen Startplatz im vorderen Bereich des 3. Startblocks (beim Rest), aber es waren sicher 150 Fahrer vor mir. Nachdem fast alle Fahrer Windjacken eingesteckt hatten, überredete ich Sabine noch unsere Jacken zu holen, während ich mich schon im Startblock aufhielt. Nach dem Start dauerte es ca. 8 Kilometer bis man wirklich beginnen konnte zu überholen, da es zuerst durch den Ort geht und dann auf sehr schmalen Wegen Richtung ersten Hügel. Nach der Startrunde (kurze Strecke 27 Kilometer und 755 Höhenmeter) fährt man wieder durch Ischgl und jetzt geht das Rennen wirklich los und man fährt über die Idalp auf die Greitspitze (2900 Meter). In Ischgl wurden wir von unseren Kindern und Oma und Opa angefeuert und ich war gespannt, wie es mir bei dem 1500 Höhenmeter Anstieg mit den vielen Steilstücken geht. Bei der Bergstation auf der Idalp feuerte mich unsere Familie nochmals an, aber leider kämpfte ich da schon ein wenig. Bis hierher hatte ich zwar noch keine Plätze verloren und lag ca. auf Platz 32, aber die letzten sehr steilen Rampen und die Schiebestrecke zur Greitspitze verlangten mir alles ab und ich verlor einige Plätze und wurde auch von der zweit schnellsten Frau – Jane Nüssli wieder zurück überholt. Der Trail am Grat der Greitspitze war super, auch wenn ich hier wieder einen Platz verlor, weil ich auf diesen ausgesetzten Wegen nichts riskieren wollte.
Leider folgte nach dem ca. 4 Kilometer langen Trail wieder 10 Kilometer Schotter und Straßen Abfahrt nach Samnaun in der Schweiz und diese schnellen Abfahrten sind nach dem Sturz in Maria Lankowitz nicht meine Stärke. Nach Samnaun folgt der 2. lange Anstieg und der hatte es in sich. Es ging fast die ganze Zeit mit Steigungen um die 16-22 Prozent nach oben und ich ging vollkommen ein. Teilweise fuhr ich gerade noch so schnell, dass ich nicht umfiel. Als ich in einer Kehre nach unten sah, besserte sich kurz meine Laune, da ich Sabine erblickte und mir dachte, super – sie wird mich einholen, also geht es ihr nicht so schlecht.
Leider überholte mich zuerst Petra Marchart-Robeischl, eine ihrer direkten Konkurrentinnen, welche damit auf Platz 3 lag. Sie fuhr fast spielend an mir vorbei. Endlich öffnete sich der Berg ein wenig und der Grat war in Sicht. Leider schlängelte sich der Weg dann nach dem Grat auf der anderen Seite des Berges noch 100 Höhenmeter nach oben und endlich hatte ich es geschafft und war oben. 3-4 Fahrer überholten mich noch und ich konnte (unglaublich aber wahr) auch einen Fahrer überholen. Sabine war jetzt schon knapp hinter mir und nach einer kurzen technischen Passage (einer Querung eines Geröllfeldes) ging es leider wieder nur auf Schotter Richtung Ichgl hinab. Zirka bei Hälfte der Abfahrt holte mich Sabine ein und ich erreichte dann nach 5:24:13 kurz nach ihr auf Gesamtrang 38 und Rang 9 meiner Klasse das Ziel.
Die Anstiege des Ironbike waren mir heute einfach zu lang und zu steil. Schade ist nur, dass es nicht mehr Trailabfahrten gibt. Die Berge sind steil und hart, aber wenn man die Abfahrten mit Marathons wie Mühldorf, Kleinzell, Kürnberg oder Stattegg vergleicht, liegen hier Welten dazwischen. 85% des Ischgl Marathons könnte man mit einem Cross-Bike bestreiten.

Links zum Rennen:
Homepage Veranstalter
Ergebnisse Ischgl 2012
Bericht unserer Rad-Freunde – den Robeischl’s

Bilder vom Rennen:

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